Rückläufig …

… aber nicht weg. Das hatte ich aber auch nicht wartet. Ich bin mit rückläufiger Aktivität in Becken und Rippen sehr zufrieden. Und keine Neubildungen. Die Tumormarker (die ohnehin nicht hoch waren) sind wieder gesunken. Der PET/CT-Experte meinte, man sollte trotzdem noch über Bestrahlung nachdenken, aber das werde ich nicht mit ihm diskutieren sondern mit Prof. Koryphäe.

Seit Mitte Dezember etwa habe ich keine Schmerzen mehr und so ist es geblieben. Und noch immer zickt die Blase herum, aber nicht mehr immer sondern nur noch wochenweise. Aushaltbar. Ich mache weiter Akupunktur und Osteopathie, und dann geht das auch schon noch weg, hoffe ich.

Nächste Woche ist der Besprechungstermin mit Prof. Koryphäe, ich bin gespannt, ob er es auch so sieht mit der Bestrahlung. Ich nämlich nicht. Mein Ziel habe ich (fast) erreicht, die Lebensqualität ist wieder da 🙂

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Stress ist nicht gleich Stress

Der August war heftig. Unser Projekt geht jetzt ernsthaft los, wir hatten die beiden einführenden Treffen mit den verschiedenen Gruppen, die beteiligt sind. Sehr, sehr viel Vorbereitung von unserer Seite. Das Ganze umfasste auch diverse Vorträge meinerseits vor wechselndem Publikum, zum Teil um die 40 Leute, mal auf Englisch, mal auf Deutsch.

Es war mir unglaublich wichtig, dass es gut läuft. Ich habe das letztes Jahr nicht so ausführlich hier beschrieben, aber ich wurde ein drittes Mal zum Bewerbungsgespräch gebeten für die Stelle, weil ich beim zweiten Gespräch (ein kleines Assessment Center) einen nervösen Eindruck gemacht hatte. Das wurde von der Firma als „Nervosität vor Leuten“ aufgefasst, dabei waren nichts weiter als die Auswirkungen des Stagings, das zu Beginn der Woche gewesen war.
Um so wichtiger war es mir, jetzt zu beweisen, dass sie es richtig gemacht haben, mich trotzdem einzustellen. Dass ich das kann, vor Leuten zu sprechen.

Die Vorbereitungen waren der Hammer. So viele Überstunden in einem Monat hatte ich wohl noch nie. Aber es hat sich ausgezahlt, und beide Meetings sind gut verlaufen. Ich habe sogar Komplimente für meinen Vortragsstil bekommen 😀

Es war eine sehr stressige Zeit, und auch lang mit fünf Wochen. Und doch hat es mir nicht annähernd so viel Probleme bereitet wie der Stress, den mir der Krebs macht. Sicher, ich war genervt zwischendurch, das war körperlich und geistig anstrengend. Aber nach einem ruhigen Wochenende war alles wieder gut.

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, was die Krankheit mit mir macht. Ich bin nicht weniger belastbar, das habe ich gerade gezeigt. Wenn ich „Krebspause“ habe, kann ich unter Druck produktiv sein, gute Arbeit abliefern und mich dann wieder erholen. Das ist wie früher, vielleicht bin ich sogar abgeklärter geworden, cooler dabei. Ich war nicht mal sehr aufgeregt, als ich vor diesen ganzen Leuten stand …

Doch sobald das nächste Staging wieder ansteht, werde ich zum Nervenbündel. Dann bricht in mir wieder alles zusammen, und ich habe eine Heidenangst, wie dann die nächsten Vorträge laufen. Denn es kommen noch welche, drei Stück. Und das nächste Staging liegt mitten drin …

Jenneke-Update

Ich bin natürlich zu den beiden Psycho-Terminen gegangen, auch wenn ich meine Ruhe wollte. Aber dann (hier) hinterher darüber zu schreiben, das war dann schon wieder zu viel …

Mein Antrag auf Psychotherapie wurde von der Krankenkasse anstandslos bewilligt. 25 Termine.
So ein Antrag braucht eine Konsiliarmeinung, die habe ich in diesem Fall von Professor Koryphäe bekommen. Geschrieben hat er:

Erschöpfungssyndrom mit Unruhezuständen bei metastasiertem Mammakarzinom. Unter endokriner Therapie bisher stabile Situation.

Recht hat er. Gefreut habe ich mich über das „stabile Situation“ (das hatte er geschrieben, bevor das wirklich klar war nach dem MRT-Befund von April), traurig macht mich das „bisher“. Natürlich weiß ich, dass die Therapie nicht ewig „halten“ wird und das ist auch keine Wertung, wie lange das noch dauert. Und doch ist das ätzend, es so zu lesen … Heilung nicht mehr möglich.

Wider Erwarten (wegen meiner Unwilligkeit) war der Termin bei Frau O. recht angenehm, da wir auf das fokussiert haben, was bei mir gut funktioniert an Bewältigungsstrategien. Hinterher hatte ich einen seltsamen Gefühlsmischmasch von „ich bin toll, ich kann ganz viel“ und „was tue ich dann hier eigentlich“. Ich bin gespannt, wie es da weiter geht.

Meine alte Psychologin, bei der ich einen Tag später war, schien ehrlich traurig, mich jetzt nicht wiederzusehen. Wir haben noch einmal gut gesprochen, und sie freut sich, dass ich weitermache. Eines hat sie mir noch ans Herz gelegt – wir sollen doch bitte am schlechten Gewissen gegenüber der neuen Firma arbeiten, das sieht sie immer noch als starken Punkt an, der mich belastet. Und einer, den man ändern kann.
Mal sehen.

Und sonst? Ich arbeite viel, unser Projekt hebt bald ab 🙂 Ich bin viel im Garten, kämpfe immer noch an der Front „Ausdauersport finden“ und komme mit so vielen Dingen, die ich eigentlich machen möchte, nicht voran. Aber im Augenblick stört es mich nicht so. Es läuft manches im Hintergrund, was mir bald viel Freude machen wird (verrate ich, wenn es spruchreif ist).

Es geht mir gut, und das darf gerne so bleiben 😀

Probezeit … vorbei!

Das geht so schnell und schon ist ein halbes Jahr rum. Ich habe die Probezeit überstanden, die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei einer tollen Firma ergattert und bin einfach nur froh, dass ich das Risiko gewagt habe. 😀

Natürlich ist das auch alles anstrengend. Der neue Job verlangt unglaublich viel Energie, immer noch so viel Neues, immer noch schauen, wie man alles macht. So langsam nimmt unser Projekt Fahrt auf, und es gibt viel zu tun. Ich muss Grenzen stecken, mehr kann man immer machen. Ich bin halt keine 20 mehr, die Energie ist nicht mehr grenzenlos …

Aber ich habe es nicht bereut und bin manchmal noch ganz erstaunt, wie es mir gelungen ist, das zu schaffen. 😀

14,5 Tonnen!

Während ich gestern im Fitness-Studio meinen Beinen dabei zusah, wie sie die Gewichte bewegten, habe ich mich gefragt, wie viele Kilo ich wohl im Laufe eines Studiobesuchs bewege. Da ich nicht gut im Kopfrechnen bin, wohl aber Excel beherrsche, habe ich dann heute mal gerechnet:

16 Geräte, in jeder Trainingsminute 20 Wiederholungen, zwei Runden … das macht:

14,5 Tonnen!

Wow! Auch wenn sich das aus 10 bis 45-Kilostückchen zusammensetzt, das ist schon eine Menge! Ich bin bin beeindruckt 😀

Mittlerweile hat sich mein Gschmäckle wieder etwas gelegt, wenn auch nicht ganz. Ich habe noch immer Phasen der Unlust, aber das schiebe ich eher auf die allgemeine Belastung als auf das Sportstudio. (Dafür macht mir jetzt das Laufen Sorgen, aber da schreibe ich vielleicht noch mal separat drüber.)

Inzwischen ist meine Manuelle Therapie durch, das Schreiben an meine Hausärztin sagt die Wahrheit – meine Rippe ist in Ordnung, keine Schmerzen mehr. Was sie aber sonst noch so alles gefunden und kommentiert haben, davon war leider nicht die Rede.
Ich bin dann also wieder zu meiner Hausärztin, um mit ihr zu bereden, wie es weitergeht und habe ihr alles berichtet, was von der Physiotherapeutin so als Kommentare kamen. Ich wollte eigentlich ein neues Rezept für die Physiotherapie, aber sie hat dann nach einer gründlichen körperlichen Betrachtung gemeint, es wäre besser, zu einem Osteopathen zu gehen, lieber ganzheitliche Behandlung als punktuelle. Glücklicherweise konnte sie mir jemanden empfehlen im Nachbardorf, wo sie selbst auch schon war. Termin ist gemacht, jetzt heißt es abwarten.

Psychoonkologie – die dritte

Meine derzeitige Psychologin macht Krisenintervention, keine Dauertherapie. Letzteres erscheint mir aber in meiner Situation angebracht. Also empfahl sie mir eine Therapeutin, von der sie glaubte, dass wir gut zurecht kommen würden. Und Psychologen, die onkologische Patienten nehmen, sind auch nicht so häufig. Es hat eine Weile gedauert, ehe Frau O. und ich zusammen gekommen sind (ich musste zwei Mal verschieben wegen dienstlicher Termine), aber jetzt im Urlaub hat es geklappt.

Persönlich ist sie mir sympathischer als am Telefon, glücklicherweise. Ich habe natürlich viel erzählt, und der Fokus lag auf Juni 2010, wo die Metastasen entdeckt worden sind und auf August 2012, als fälschlich wieder welche diagnostiziert wurden. Ich habe berichtet von meiner Familie, dem neuen Job, dem Urlaub und meinem ständigen Stressgefühl. Wie ich versuche mit der Situation umzugehen, und wie sehr es mich immer nervt, wenn ich schlecht drauf bin (vergeudete Zeit). Irgendwann mittendrin habe ich gesagt: „Mein Leben ist mir zu anstrengend.“
So ist es. Und ich möchte das so nicht.

Erstaunt hat mich, dass sie mich gefragt hat, wie ich meine eigene Erkrankung sehe. Sie hat herausgehört, dass ich glaube, die Metastasen kommen wieder. Ja, das glaube ich, es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Das Faslodex (meine Haupttherapie) hat ein progressionsfreies Überleben von durchschnittlich 9 Monaten. Ich bin jetzt bei 2,5 Jahren … Es ist keine Frage des Ob für mich sondern des Wann. Wollte sie testen, wie realistisch ich die Situation einschätze? Keine Ahnung …
Ich sagte Frau O. aber auch, dass ich auf Statistik nicht viel gebe. Jeder Krebs ist anders und meiner ist ohnehin außerhalb jeder Wahrscheinlichkeiten (ich war zu jung, der Quadrant ungewöhnlich, die Metastasen kamen zu spät …). Sie sieht das als guten Ansatz. Werden sehen …

Als ich ihr beschrieb, dass jetzt nach dem Urlaub ganz schnell meine Stress-Symptome wiederkamen, hat sie nur genickt. Ich müsste ja jetzt wieder funktionieren. Hmm … ja, ich bin sehr pflichtbewusst, aber irgendwie erstaunt es mich immer wieder, dass jetzt die zweite Psychologin das so schnell erkannt hat. Bin ich so durchschaubar? Oder ist das einfach ein Wesenszug, der so offensichtlich ist? Möglich.

Eine Frage hat sie mir gestellt, die mich nachdenklicher gemacht hat als alles andere. Ich versuche zu genießen, sagte sie, und habe viel in mein Leben gepackt (Sport, Urlaube, neuer Job). Was habe ich weg gelassen? Nicht viel, und so bleibt das Gefühl zurück, dass ein Teil des Stresses von mir selbst aufgebaut wird. Das gilt es zu ändern …

Einige Aufgaben habe ich bekommen – Ärzteliste, Medikamentenliste und die konkrete Frage, was mir bei den Sitzungen mit der anderen Psychologin geholfen hat. Wie gut, dass ich Tagebuch schreibe, da werde ich bis zum nächsten Termin (in vier Wochen etwa) mal nachgraben müssen.

Insgesamt ein guter Einstieg. Ich kann mir vorstellen, mit Frau O. zu arbeiten und bin gespannt, was am Ende dabei heraus kommt.

Erholung verpufft …

Nicht alles toll im Urlaub und doch hat er so gut getan. Das Wetter hätte besser sein können, wir hatten auf mehr Sonne und Wärme gehofft, aber das Hotel hatte einen Pool, und der war schön warm. 😉

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Fünf Stunden am Stück, dann noch mal fast drei hinterher. Einmal sogar sieben am Stück, ich dachte, das ginge gar nicht mehr. Aber es ging.
Nach drei Tagen fiel mir auf, dass mein Ohrenrauschen morgens viel leiser ist als es noch zuhause war. Entspannung lässt grüßen 😀

Nun bin ich wieder drei Tage zuhause, Schlafen geht noch einigermaßen, aber meine Ohren summen und summen und summen und mit jedem Tag wieder lauter. Hallo? Ich habe noch Urlaub! Und doch ist es so.

Denn der Alltag ist wieder da. Den Zahnarzt belehren müssen, dass ich wegen der Bisphosphonate keine Implantate riskieren werde und er sich was anderes ausdenken muss, um das Gebiss kaufähig zu erhalten. Wieder Physiotherapie, der Kennenlern-Termin bei der neuen Psychotherapeutin (darüber später mehr, wenn ich meine Gedanken sortiert habe).

Drei Tage, und alles ist wie vorher? Was soll ich davon halten? Die Erkenntnisse scheinen klar: Urlaub tut mir gut, wenn es auch nur eine Woche war. Alles, was mit meinem Krebs zu tun hat, bedeutet Stress für mich (auch wenn jetzt gerade konkret kein Staging ansteht, sind ja noch sechs Wochen). Der Stress kommt nicht von der Arbeit (gute Erkenntnis 🙂 ).

Mir scheint, es ist eine gute Entscheidung, die Therapeutin zu wechseln. Bei der alten waren keine regelmäßigen Termine möglich, mit der neuen hoffentlich schon. Denn an dieser Situation muss ich dringend arbeiten …

Grummelbrummel

Ich bin unzufrieden und grummelig und ärgere mich darüber, dass es so ist, weil ich doch eigentlich gar keinen richtigen Grund dazu habe. Ich bin noch etliche Wochen vom nächsten Staging weg, also wieso geht es mir nicht gut? Wieso genieße ich die Zeit nicht?

Eigentlich ist doch gar nichts. Aber viele Kleinigkeiten häufen sich dann doch zu Stress auf. Wieder mehr Dienstreisen (wollte ich doch so, aber die Zeit fehlt), neuer Job (so viel neu und spannend, dafür habe ich für gekämpft, aber das ist anstrengend), habe die Probezeit überstanden (juchee!), blöde Grippewelle habe ich überlebt (hatte doch nur fünf Tage Fieber, was soll’s …), ich schlafe meistens gut (werde nur morgens nicht recht wach derzeit), die manuelle Therapie tut mir gut (eigentlich eher die Übungen, die ich machen soll, aber egal), nur noch ein paar Tage, dann fahren wir wieder in Urlaub (es ist noch nichts gepackt, aber das Wochenende kommt ja noch), die Mammographie war in Ordnung (nur das Warten auf den Befund war wieder schrecklich), die ständigen Arzttermine nerven (wie soll man da konzentriert arbeiten, wenn man ständig irgendwo hin muss?), mit meinen Büchern (über Gedankenkreisel und das Schlafen) komme ich nicht weiter (keine Ruhe fürs Lesen), kriege abends nicht auf die Reihe (sind halt anstrengende Tage), die Wochen fliegen vorbei …

Eigentlich alles gut.

Und doch auch nicht. Ich kann es nicht recht greifen. Ich habe das Gefühl, mir fehlt Zeit und Ruhe, und verstehe es nicht wirklich, weil ich eigentlich Zeit habe und mir Ruhe nehmen könnte. Viel vom Stress mache ich mir selbst und komme doch nicht weg davon. Müsste mehr nachdenken, wieder mehr in mir selbst ruhen, aber ich bin zu unstet. Mir fehlt das Laufen, musste Pause machen wegen Grippe und kalt ist es außerdem, aber vielleicht ist das auch nur eine Ausrede, nicht denken zu müssen, wenn die Beine still stehen …

Ich baue auf den Urlaub zum Stressabbau und vielleicht auch auf ein bisschen Selbst(zurück)findung. Hoffentlich …

Manuelle Therapie – Zwischenstand

Meine blockierte Rippe hat mir 6 Anwendungen manuelle Therapie verschafft. Die Hälfte davon ist jetzt rum, und meiner Rippe geht es gut. Blockiert ist sie nicht mehr, bleibt wo sie ist, keine Schmerzen mehr beim Atmen.

Aber die Rippe ist aber auch nicht das eigentliche Problem.

Die Therapeutin hat sich alles angehört, was ich zu sagen hatte und bis zu dem Punkt, wo ich mit dem Krebs anfing, sah sie auch gar nicht überrascht aus. Menschen, die überwiegend am Schreibtisch arbeiten, bekommen so was halt. Dann allerdings beschrieb ich ihr meine außergewöhnliche muskuläre Situation, die ich seit Februar 2002 mit mir herumtrage – auf der rechten Seite habe ich keine gerade Bauchmuskulatur mehr, sie wurde zweckentfremdet, um mir nach der Ablatio meine neue Brust zu ernähren (TRAM Flap).
Das bedeutet jetzt Folgendes: Auf der rechten (operierten Seite) sind die Muskeln im Rumpf zu schwach, um gegen die normale Menge Muskeln auf der linken Seite gegen zu halten. Folge ist, dass meine Wirbelsäule in einem Wirbel nach links knickt (von hinten betrachtet). Glücklicherweise merke ich davon (noch?) nichts, aber die Muskeln meines Rückens merken das. Der ständige ungleiche Zug führt dazu, dass die Muskeln bretthart sind, eine einzige Verspannung. Und das zieht dann natürlich auch hoch zum Brustkorb und hat seinen Anteil daran, dass eben solche Blockaden entstehen können.

Wenn ich zurückdenke an die Zeit nach der Operation, dann hieß es immer – das ist kein Problem, man kann gut ohne diesen Muskel leben, man hat ja den anderen geraden Bauchmuskel und die schräge Bauchmuskulatur. Man war mehr besorgt über die Beweglichkeit des Arms, mit dem Bauch sollte ich immer vorsichtig sein, damit bloß nichts durch das Netz bricht, das die statt des Muskels eingebaut haben.
Selbst in der Reha, die nach der Chemo war und damit fünf Monate nach der OP, war davon nicht die Rede. Allgemeine Fitness, ganz vorsichtig, bloß nichts heben, nichts machen, am besten nie mehr arbeiten.
Wie gut, dass ich mich nie daran gehalten habe. Ich habe immer alles gemacht, in meinen Körper gehorcht, ob es geht und dann weiter gemacht. Wie gut, sonst stünde ich jetzt vermutlich schlechter da.

Da sind wir jetzt also dran, die verkrampften Muskeln im ganzen Rücken wieder aufzulockern. Das wird mit Sicherheit länger dauern als 6 Anwendungen. Leider ergibt sich hier ein Problem. Meine Hausärztin hat ein Budget, sie kann so viel nicht verschreiben. Mein Onkologe darf überhaupt nur Krankengymnastik frisch nach einer Operation verschreiben, sonst gar nicht. Also zu einem Orthopäden? Noch ist ja nichts wirklich kaputt und Schmerzen habe ich auch keine …
Da tun sich jetzt die Spätfolgen meiner Krebsoperation auf und keiner kann dafür aufkommen? Einerseits finde ich das sehr traurig und es macht mich auch wütend, dass ich (so insgesamt betrachtet) damit allein gelassen werde. Andererseits weiß ich natürlich, was die antihormonelle Therapie kostet, die ich jeden Monat für läppische 10 Euro bekomme, weil die Krankenkasse sie bezahlt. Ich will da ja nicht undankbar sein …

Da werde ich also in den sauren Apfel beißen und zusehen, dass ich das selbst organisiere mit der Physio-Praxis. Und damit dann hoffentlich den wirklich ernsten Folgen des Ganzen entgegen wirken kann.

Projekt Minus Fünf

Die letzten Wochen bin ich immer mehr genervt von meinen Speckrollen, die sich hartnäckig um meine Mitte verteilen. Sieht doof aus und überhaupt – jedes Kilo, das ich beim Joggen mitschleppen muss, ist schlecht für die Knie! Und ich will dieses Jahr endlich die 10km schaffen!
Ich hänge jetzt seit gut einem Jahr bei etwa 85kg, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Immerhin nicht mehr die knapp 90, die ich mal hatte durch die antihormonelle Therapie, aber doch noch mehr als zu Beginn (da hatte ich 82kg). Aber das lässt mich hoffen, dass sich mein Körper in den 2,5 Jahren immerhin soweit mit dem hormonlosen Zustand arrangiert hat, dass prinzipiell eine Gewichtsabnahme möglich ist.

Deswegen – Projekt Minus Fünf. Ich möchte wieder unter 80kg kommen. Nicht in zwei Wochen oder zwei Monaten. Aber bis zum Ende des Jahres.

Ich werde mir deswegen nicht alles verkneifen, das geht ohnehin nicht gut. Und ich möchte auch nicht auf Schokolade und Gummibärchen und Chips (ja, die esse ich alle gerne 😉 ) verzichten. Aber es sollte doch möglich sein, keine Chips zu essen abends, wenn ich schon nachmittags Schoggi hatte. Und von allem ein bisschen weniger.
Außer Euch sage ich das keinem, was ich vorhabe. Ich habe keine Lust auf hochgezogene Augenbrauen oder süffisantes Lächeln, wenn ich ein zweites Stück Kuchen esse oder es abends doch mal Chips gibt. Ich mache das mit mir selbst aus, mit niemandem sonst.

Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt und wie lange meine Motivation hält. Im Augenblick ist sie groß 😀


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