14,5 Tonnen!

Während ich gestern im Fitness-Studio meinen Beinen dabei zusah, wie sie die Gewichte bewegten, habe ich mich gefragt, wie viele Kilo ich wohl im Laufe eines Studiobesuchs bewege. Da ich nicht gut im Kopfrechnen bin, wohl aber Excel beherrsche, habe ich dann heute mal gerechnet:

16 Geräte, in jeder Trainingsminute 20 Wiederholungen, zwei Runden … das macht:

14,5 Tonnen!

Wow! Auch wenn sich das aus 10 bis 45-Kilostückchen zusammensetzt, das ist schon eine Menge! Ich bin bin beeindruckt 😀

Mittlerweile hat sich mein Gschmäckle wieder etwas gelegt, wenn auch nicht ganz. Ich habe noch immer Phasen der Unlust, aber das schiebe ich eher auf die allgemeine Belastung als auf das Sportstudio. (Dafür macht mir jetzt das Laufen Sorgen, aber da schreibe ich vielleicht noch mal separat drüber.)

Inzwischen ist meine Manuelle Therapie durch, das Schreiben an meine Hausärztin sagt die Wahrheit – meine Rippe ist in Ordnung, keine Schmerzen mehr. Was sie aber sonst noch so alles gefunden und kommentiert haben, davon war leider nicht die Rede.
Ich bin dann also wieder zu meiner Hausärztin, um mit ihr zu bereden, wie es weitergeht und habe ihr alles berichtet, was von der Physiotherapeutin so als Kommentare kamen. Ich wollte eigentlich ein neues Rezept für die Physiotherapie, aber sie hat dann nach einer gründlichen körperlichen Betrachtung gemeint, es wäre besser, zu einem Osteopathen zu gehen, lieber ganzheitliche Behandlung als punktuelle. Glücklicherweise konnte sie mir jemanden empfehlen im Nachbardorf, wo sie selbst auch schon war. Termin ist gemacht, jetzt heißt es abwarten.

Pumpen mit Gschmäckle

Ich gehe jetzt seit fast eineinhalb Jahren ins Sportstudio, und ich liebe die Geräte. Ich mag das Bewegen von Gewichten (Pumpen 🙂 ), finde es gut, wenn ich ab und an mal eine Stufe höher stellen kann, weil es zu leicht geworden ist. Ich gehe gerne hin, das ist kein Überwinden, das ist ein Stück Auszeit und macht einfach Spaß. Kein Zwang dahinter, nur Spaß in der Muckibude. Wenn ich nicht gehen kann, ärgert es mich.

So zumindest ist es bisher gewesen. Jetzt hat das Sportstudio einen Beigeschmack bekommen. Jetzt heißt es, ich sollte was für meinen Rücken tun, sollte das muskuläre Gleichgewicht halten, sollte Fitness betreiben, damit ich gesund bleibe. Und das, weil ich wegen Brustkrebs eine komplizierte Operation hatte und mein Körper versehrt ist.
Und was passiert? Plötzlich wird das Studio zur Pflicht. Ich gehe weniger als vorher. Weil ich gehen sollte.

Doof 😦

Ich habe natürlich auch vorher schon gemerkt, dass mir das Studio gut tut, dass ich fitter bin und weniger Probleme habe beim Sitzen, dass mir meine kleinen Finger am Schreibtisch nicht mehr einschlafen, dass ich mich wieder mit der Kraft meiner Muskeln aufsetzen kann, ohne dabei wie ein gestrandeter Wal auszusehen. Dass ich im Garten nicht so schnell schlapp mache. Aber ich habe das gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat, weil es mir gut tut.
Das tut es natürlich immer noch, aber jetzt steht da mehr dahinter als vorher (zumindest in meinem Kopf). Wenn ich früher keine Lust hatte, dann bin ich trotzdem gefahren, weil ich wusste, dass es mir Spaß macht, wenn ich einmal dort bin. Wenn ich jetzt keine Lust habe, werde ich trotzig und bleibe mit dem Popo zuhause.

Wie bekloppt.

Es nervt mich, dass ich meine Unbeschwertheit verloren habe. Warum lasse ich mich davon so beeindrucken? Es ändert doch nichts an der guten Zeit auf den Geräten, wie gut es sich anfühlt, wenn sich die Muskeln anspannen und die Gewichte sich bewegen. Nur der Kopf ist anders.

Ich hoffe inständig, dass ich das wieder in den Griff kriege. Dass die Erkenntnis, wie dumm das doch ist, dazu führt, dass wieder der Spaß im Vordergrund steht. Sonst kann ich den Vertrag nach zwei Jahren auslaufen lassen, weil ich nicht mehr hingehe …