Circulus Vitiosus

Das Staging kommt näher, nicht mal mehr eine Woche. Dieses Mal umgedreht, Montag MRT (also ohne sofortiges Ergebnis), Dienstag CT (mit sofortigem Ergebnis), da das MRT am Dienstag gewartet wird.

Die letzten Tage brauchte ich Schmerzmittel zum Einschlafen. Den Tag über war’s einigermaßen gut mit dem Ischias, abends im Bett geht es los. Anspannung geht bei mir ins Kreuzbein (sagt die Osteopathin). Am Kreuzbein hängt der Piriformis. Der Piriformis drückt auf den Ischiasnerv. Die Schmerzen machen mir Sorgen, dass das alles doch mit Metastasen zu tun hat. Also noch mehr Anspannung. Also noch mehr Schmerz und …
Ein Teufelskreis. Wenn ich abgelenkt bin, geht es. Aber wehe, ich will schlafen 😦

Die Psychologin sagt, ich kann die Angst nicht beseitigen, ich kann aber versuchen, anders mit ihr umzugehen. Manchmal klappt das, aber je näher der Termin kommt, desto unmöglicher wird es. Noch sind die Gedanken von „oh Gott, was soll ich machen, wenn …“ selten. Dafür habe ich Phasen tiefer Traurigkeit, weil ich überzeugt bin, dass sich nächste Woche wieder mein Leben umkrempeln wird. Wie anders ist das alles zu erklären?

Und immer wieder der Gedanke – hatte ich diese Angst nicht gerade erst? Wo sind die drei, vier Monate geblieben nach dem letzten Staging? Vergangen, so schnell …

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Was war hilfreich?

Das fragte mich Frau O., meine neue Psychologin, und meinte damit das vergangene Jahr Therapie bei der anderen Therapeutin. Keine einfache Frage …
Also habe ich mich durch mein (offline) Tagebuch gegraben. Ich habe am Anfang ziemlich viel geschrieben, zu jedem Termin habe ich aufgeschrieben, über was wir gesprochen haben, was mich nachdenklich gemacht hat. Dann kam diese Sitzung, in der meine Psychologin massiv an Boden verloren hat. Und danach habe ich nichts mehr geschrieben. Ich hatte noch vier Telefonate und fünf Termine, und ich habe nichts, gar nichts mehr geschrieben.

Tja.

Das relativiert sich etwas zwischen Mai und August 2012, da habe ich nämlich gar kein Tagebuch geschrieben. Das war die Zeit zwischen der Zusage für den neuen Job und dem Ende des alten. Keine Zeit, offenbar.
Aber ich fand es doch sehr frappierend, diesen Bruch so sehen. Da ist wirklich was kaputt gegangen.

Interessant fand ich, dass sich manche Probleme vom Anfang gelöst haben (dieses Gefühl der Schwäche, weil ich eine Psychologin aufsuche, hat sich zum Beispiel ganz aufgelöst), anderes ist weiterhin da (den Druck, den ich mir selbst mache beispielsweise, mein Leistungsanspruch). Aber auch immer wieder der Hinweis, dass wir über die eigentliche Progressionsangst und den Umgang damit wieder nicht gesprochen haben.

Was war nun hilfreich? Die Denkanstöße habe ich als sehr gut empfunden, eine Meinung von außen, die einen anderen Blickwinkel mit sich bringt. Aber mir scheint, ich werde Frau O. überwiegend erzählen können, was nicht funktioniert hat.
Aber das ist ja auch eine Erkenntnis 😉

14,5 Tonnen!

Während ich gestern im Fitness-Studio meinen Beinen dabei zusah, wie sie die Gewichte bewegten, habe ich mich gefragt, wie viele Kilo ich wohl im Laufe eines Studiobesuchs bewege. Da ich nicht gut im Kopfrechnen bin, wohl aber Excel beherrsche, habe ich dann heute mal gerechnet:

16 Geräte, in jeder Trainingsminute 20 Wiederholungen, zwei Runden … das macht:

14,5 Tonnen!

Wow! Auch wenn sich das aus 10 bis 45-Kilostückchen zusammensetzt, das ist schon eine Menge! Ich bin bin beeindruckt 😀

Mittlerweile hat sich mein Gschmäckle wieder etwas gelegt, wenn auch nicht ganz. Ich habe noch immer Phasen der Unlust, aber das schiebe ich eher auf die allgemeine Belastung als auf das Sportstudio. (Dafür macht mir jetzt das Laufen Sorgen, aber da schreibe ich vielleicht noch mal separat drüber.)

Inzwischen ist meine Manuelle Therapie durch, das Schreiben an meine Hausärztin sagt die Wahrheit – meine Rippe ist in Ordnung, keine Schmerzen mehr. Was sie aber sonst noch so alles gefunden und kommentiert haben, davon war leider nicht die Rede.
Ich bin dann also wieder zu meiner Hausärztin, um mit ihr zu bereden, wie es weitergeht und habe ihr alles berichtet, was von der Physiotherapeutin so als Kommentare kamen. Ich wollte eigentlich ein neues Rezept für die Physiotherapie, aber sie hat dann nach einer gründlichen körperlichen Betrachtung gemeint, es wäre besser, zu einem Osteopathen zu gehen, lieber ganzheitliche Behandlung als punktuelle. Glücklicherweise konnte sie mir jemanden empfehlen im Nachbardorf, wo sie selbst auch schon war. Termin ist gemacht, jetzt heißt es abwarten.

Psychoonkologie – die dritte

Meine derzeitige Psychologin macht Krisenintervention, keine Dauertherapie. Letzteres erscheint mir aber in meiner Situation angebracht. Also empfahl sie mir eine Therapeutin, von der sie glaubte, dass wir gut zurecht kommen würden. Und Psychologen, die onkologische Patienten nehmen, sind auch nicht so häufig. Es hat eine Weile gedauert, ehe Frau O. und ich zusammen gekommen sind (ich musste zwei Mal verschieben wegen dienstlicher Termine), aber jetzt im Urlaub hat es geklappt.

Persönlich ist sie mir sympathischer als am Telefon, glücklicherweise. Ich habe natürlich viel erzählt, und der Fokus lag auf Juni 2010, wo die Metastasen entdeckt worden sind und auf August 2012, als fälschlich wieder welche diagnostiziert wurden. Ich habe berichtet von meiner Familie, dem neuen Job, dem Urlaub und meinem ständigen Stressgefühl. Wie ich versuche mit der Situation umzugehen, und wie sehr es mich immer nervt, wenn ich schlecht drauf bin (vergeudete Zeit). Irgendwann mittendrin habe ich gesagt: „Mein Leben ist mir zu anstrengend.“
So ist es. Und ich möchte das so nicht.

Erstaunt hat mich, dass sie mich gefragt hat, wie ich meine eigene Erkrankung sehe. Sie hat herausgehört, dass ich glaube, die Metastasen kommen wieder. Ja, das glaube ich, es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Das Faslodex (meine Haupttherapie) hat ein progressionsfreies Überleben von durchschnittlich 9 Monaten. Ich bin jetzt bei 2,5 Jahren … Es ist keine Frage des Ob für mich sondern des Wann. Wollte sie testen, wie realistisch ich die Situation einschätze? Keine Ahnung …
Ich sagte Frau O. aber auch, dass ich auf Statistik nicht viel gebe. Jeder Krebs ist anders und meiner ist ohnehin außerhalb jeder Wahrscheinlichkeiten (ich war zu jung, der Quadrant ungewöhnlich, die Metastasen kamen zu spät …). Sie sieht das als guten Ansatz. Werden sehen …

Als ich ihr beschrieb, dass jetzt nach dem Urlaub ganz schnell meine Stress-Symptome wiederkamen, hat sie nur genickt. Ich müsste ja jetzt wieder funktionieren. Hmm … ja, ich bin sehr pflichtbewusst, aber irgendwie erstaunt es mich immer wieder, dass jetzt die zweite Psychologin das so schnell erkannt hat. Bin ich so durchschaubar? Oder ist das einfach ein Wesenszug, der so offensichtlich ist? Möglich.

Eine Frage hat sie mir gestellt, die mich nachdenklicher gemacht hat als alles andere. Ich versuche zu genießen, sagte sie, und habe viel in mein Leben gepackt (Sport, Urlaube, neuer Job). Was habe ich weg gelassen? Nicht viel, und so bleibt das Gefühl zurück, dass ein Teil des Stresses von mir selbst aufgebaut wird. Das gilt es zu ändern …

Einige Aufgaben habe ich bekommen – Ärzteliste, Medikamentenliste und die konkrete Frage, was mir bei den Sitzungen mit der anderen Psychologin geholfen hat. Wie gut, dass ich Tagebuch schreibe, da werde ich bis zum nächsten Termin (in vier Wochen etwa) mal nachgraben müssen.

Insgesamt ein guter Einstieg. Ich kann mir vorstellen, mit Frau O. zu arbeiten und bin gespannt, was am Ende dabei heraus kommt.

Erholung verpufft …

Nicht alles toll im Urlaub und doch hat er so gut getan. Das Wetter hätte besser sein können, wir hatten auf mehr Sonne und Wärme gehofft, aber das Hotel hatte einen Pool, und der war schön warm. 😉

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Fünf Stunden am Stück, dann noch mal fast drei hinterher. Einmal sogar sieben am Stück, ich dachte, das ginge gar nicht mehr. Aber es ging.
Nach drei Tagen fiel mir auf, dass mein Ohrenrauschen morgens viel leiser ist als es noch zuhause war. Entspannung lässt grüßen 😀

Nun bin ich wieder drei Tage zuhause, Schlafen geht noch einigermaßen, aber meine Ohren summen und summen und summen und mit jedem Tag wieder lauter. Hallo? Ich habe noch Urlaub! Und doch ist es so.

Denn der Alltag ist wieder da. Den Zahnarzt belehren müssen, dass ich wegen der Bisphosphonate keine Implantate riskieren werde und er sich was anderes ausdenken muss, um das Gebiss kaufähig zu erhalten. Wieder Physiotherapie, der Kennenlern-Termin bei der neuen Psychotherapeutin (darüber später mehr, wenn ich meine Gedanken sortiert habe).

Drei Tage, und alles ist wie vorher? Was soll ich davon halten? Die Erkenntnisse scheinen klar: Urlaub tut mir gut, wenn es auch nur eine Woche war. Alles, was mit meinem Krebs zu tun hat, bedeutet Stress für mich (auch wenn jetzt gerade konkret kein Staging ansteht, sind ja noch sechs Wochen). Der Stress kommt nicht von der Arbeit (gute Erkenntnis 🙂 ).

Mir scheint, es ist eine gute Entscheidung, die Therapeutin zu wechseln. Bei der alten waren keine regelmäßigen Termine möglich, mit der neuen hoffentlich schon. Denn an dieser Situation muss ich dringend arbeiten …

Aura

Ich war also ein zweites Mal bei meiner Hausärztin, gerade in eingerenktem Zustand, aber das war Zufall. Das ewige Hin und Her hat sie nicht wirklich überrascht, sie sagte noch einmal, das sei psychisch bedingt. Auf meine Bitte hin hat sie mal gezählt, es ist die 9. oder 10. Rippe. Mein Verdacht war, dass es etwas mit der alten Metastase an der 6. Rippe zu tun hat, aber das ist nicht so.
Nun habe ich also manuelle Therapie, 6 Mal, nächste Woche geht es los. Ich bin gespannt.

Was mir aber nicht aus dem Kopf geht, ist etwas anderes. Wir haben uns unterhalten über meine Situation, meine psychische Betreuung, die quasi in den letzten drei, vier Monaten nicht stattgefunden hat. Was da geplant ist.

Dann kam sie mit etwas, das mich sehr überrascht hat. Sie sagte, sie kann an Personen manchmal eine Aura sehen, wie ein Schatten, wenn es jemandem nicht gut geht. Das wäre bei mir kein Wunder, sagte ich, bei dem Damokles-Schwert, was über mir hängt.
Sie hat das nicht bestätigt, ob sie nun über mir einen Schatten sieht oder nicht, aber nach den Aussagen vor, dass sie meine Brustwirbelsäulenproblematik für psychisch hält, ist das nur wahrscheinlich.

Wir sprachen dann weiter, sie überlegte laut, was sie mir noch Gutes tun könnte (ich habe hier noch einen Flyer liegen von etwas, über das ich mich erstmal informieren muss), und dann war ich mit meinem Rezept raus.

Das ist jetzt ein paar Tage her, aber irgendwie geht mir das nicht aus dem Kopf. Ich glaube nicht, dass ich einen Schatten oder dergleichen über mir liegen habe. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass ein empathischer Mensch erkennen kann, ob es seinem Gegenüber gut geht oder nicht.

Das hat mir sehr zu denken gegeben, wie es in mir gerade aussehen mag. Eigentlich fühle ich mich ganz gut gerade. Ich schlafe meistens recht gut, lasse mich nicht stressen, neue Urlaubsreise in Sicht.

Und trotzdem …

Lüge

Die Nacht vor dem Termin habe ich nicht gut geschlafen und sah morgens entsprechend fertig aus. Keine guten Voraussetzungen, um besonders gesund beim Betriebsarzt auszusehen.

Ich hatte vorsichtig ein bisschen herumgefragt, was so gemacht wird, aber die Antworten gingen sehr auseinander. Ich wollte aber auch nicht so deutlich werden, das hätte auch wieder nur Fragen provoziert.
Letztendlich war der Termin beim Betriebsarzt nur ein Gespräch. Für Schreibtischjobs werden keine körperlichen Untersuchungen mehr gemacht. Man kann aber alles in Anspruch nehmen, wenn man möchte (Checkup, Blut, EKG, Lungenfunktion, Sehtest, Hörtest). Das habe ich mit „ich gehe regelmäßig zum Hausarzt, das müssen wir nicht machen“ abgebügelt. Ich habe jetzt noch einen Termin für Seh- und Hörtest, aber mehr nicht.

Wir waren schon quasi bei der Verabschiedung, als dann die entscheidende Frage kam: „Ach ja, irgendwelche Erkrankungen bekannt?“
„Nö“, sagte ich, „alles paletti.“
Händeschütteln und weg.

Schamlos gelogen. Eiskalt. Ohne zu zögern. Ohne rot zu werden.

Hinterher hatte ich und habe auch immer noch ein schlechtes Gewissen deswegen. Denn wie man es auch dreht und wendet – es ist eine entscheidende Krankheit bekannt, auch wenn sie gerade keine akuten (körperlichen) Probleme macht. Und ich habe es verschwiegen.
Wie ich es auch drehe und wende – ich würde es wieder machen. Aber gerade das ist Gefühl, dass sich die Firma ein faules Ei eingekauft hat, wieder sehr stark.

Ich hasse das, über meinen Krebs zu lügen. Es ist nichts, wofür ich mich schämen müsste. Nichts, was ich mir ausgesucht hätte. Und doch muss ich aufpassen deswegen. (Oder habe zumindest das Gefühl, ich muss es tun. Objektiv betrachtet gebe ich meiner neuen Firma gar keine Chance, mir das Gegenteil zu beweisen … aber das probiere ich lieber nicht aus.)

Nun muss ich also mit meiner Lüge leben. Und werde das auch. Punkt.

auf und davon …

Es ist überstanden, schön war’s nicht, aber immerhin vorbei jetzt. Alles erledigt, alles geschafft und hoffentlich keine Leichen hinterlassen. Kisten sind gepackt, werden morgen noch abgeholt. Mehr gibt’s gerade nicht zu sagen, bin einfach kaputt und irgendwie auch leer.

Ein bisschen macht mir das Sorgen, schließlich geht es bald wieder rund, und ich möchte mit Elan den neuen Job anfangen. Ich hoffe, der Kurzurlaub schafft es, meinen Speicher wieder aufzufüllen, im Augenblick ist da an Energie nicht viel zu holen.

Deswegen mache ich mich jetzt vom Acker, Koffer packen und dann sind wir schon weg. 🙂

Verkriechen

Das CT war leider auch der Meinung, dass mein Becken Strukturen enthält, die da nicht hingehören. Auch der Befund spricht von Metastasen, aber eigentlich passt das alles jetzt noch weniger zusammen als vorher. Alle Widersprüche sind noch da – und noch mehr.
Mein Becken zeigt zwei Sorten von Auffälligkeiten. Runde Strukturen, die aussehen wie Blasen im Knochen und etwas, das aussieht, als hätte man mit dem Salzstreuer auf das CT-Bild gestreut. Beides passt nicht wirklich zu dem, was das MRT gezeigt hat. Die blasigen Strukturen (3 Stück) sind groß, das eine Teilchen 1,8cm, die anderen über einen 1cm. Für 3 Monate Wachstum zu groß. Es ist glatt begrenzt, das seltsam ist für eine Metastase, und sie ist streng im Knochen, die Knochenhaut ist glatt, nicht zerfressen, nicht ausgebeult. Untypisch.
Das andere Gestreusel sieht eher aus wie Metastasen, doch mit der Struktur hätte man es im MRT vermutlich nicht gesehen. Das ist möglicherweise alt. Die Veränderungen am Knochen gehen ja nicht wieder zurück.

Leider gibt es kein Vergleichbild, das hätte vieles leichter gemacht. Um das Rätselraten zu beenden, wird gestanzt. An den einen Kuller kann man gut dran kommen am Beckenkamm, also wird unter CT-Kontrolle eine Probe genommen. Sonst werden wir vermutlich nie rauskriegen, was da wirklich abgeht oder abgegangen ist.

Die neue Arbeitshypothese lautet also – (neue) Knochenmetastasen, bis wir das Gegenteil beweisen können. Als ich meinen Professor fragte, was es sonst sein könnte, hat er keine Idee gehabt. Er ist kein Knochenspezialist, und ich bin froh, dass er das so gesagt hat. Mit der Biopsie werden wir dann schlauer sein.

Tja.

😦

Alle sind erstaunt, wie gefasst ich bin. Der Radiologe vom Becken-CT hätte da vermutlich eine andere Meinung, dem bin ich (verbal) ziemlich ins Gesicht gesprungen, weil er sich im Ton vergriffen hatte. Ich habe den „Informationen sammeln, Entscheidung treffen, neuen Weg einschlagen“ – Zustand erreicht, kopfkontrolliert, der meine Emotionen ganz gut in Schach hält. Ich kann mich einigermaßen konzentrieren, kann sogar recht gut schlafen – wobei das was von „Decke über den Kopf ziehen“ hat. Aber wenn es geht, nehme ich den Schlaf mit. Durchhänger habe ich natürlich, aber der emotionale Einschlag kommt dann später. Wie stark er ausfällt, hängt vor allem davon ab, was am Ende der ganzen Untersuchungen steht. Aber selbst wenn sich das noch alles in Luft auflösen sollte (was immer noch möglich, wenn auch unwahrscheinlich ist), selbst dann wird mich das noch lange beschäftigen.

Ich könnte so viel schreiben darüber, was wieder in meiner Umgebung los ist, was das mit meiner Familie, meinen Freunden macht. Mit mir. Aber selbst dieser Artikel hat mich irgendwie seltsam viel Überwindung gekostet. Auch mit meinem normalen Tagebuch geht es mir so. Vielleicht brauche ich gerade die Höhle zum Verkriechen.
Dennoch freue ich mich über Eure Kommentare und das Daumendrücken, und sage Euch an dieser Stelle einen lieben Dank dafür. Danke, Ihr seid toll! 🙂

Staging 08/2012 (CT und MRT)

Montag:
Schon komisch, wenn man gleich mit Namen begrüßt wird in der Praxis. Nett, aber komisch. Ich bin zu oft da, sagt mir das. Aber so ist es halt.

Das CT ging schnell, dann dauerte es um so länger. Irgendwann konnte ich dann auch nicht mehr lesen und habe nur noch mit hämmerndem Herzen aus dem Fenster gestarrt.
Dann rein zur Ärztin, und ich mochte sie gar nicht ansehen. Ich hatte immer noch dieses Bild im Kopf, wie sie mich im Juni 2010 angesehen hat, damals als die Metastasen gefunden worden sind. Traurig, so traurig.

Aber heute hat sie gelächelt. Alles wie immer. Alles gut 🙂
Ich habe ihr gesagt, wie gerne ich sie lächeln sehe, wenn ich reinkomme, da hat sie noch mehr gestrahlt. Sie fragte, was aus meiner Bewerbung geworden sei. Und sie hat sich mächtig mit mir gefreut, dass es geklappt hat.

Als ich raus war, habe ich erst einmal geatmet. Tief, wieder und wieder. Und dann ging auch langsam der Druck aus meiner Brust weg. Nicht ganz, das wird noch ein paar Tage dauern. Aber doch spürbar 🙂

Morgen dann MRT. Das wird auch wieder ein Kampf, aber wie immer um den Befund …

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