Projekt Minus Fünf

Die letzten Wochen bin ich immer mehr genervt von meinen Speckrollen, die sich hartnäckig um meine Mitte verteilen. Sieht doof aus und überhaupt – jedes Kilo, das ich beim Joggen mitschleppen muss, ist schlecht für die Knie! Und ich will dieses Jahr endlich die 10km schaffen!
Ich hänge jetzt seit gut einem Jahr bei etwa 85kg, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Immerhin nicht mehr die knapp 90, die ich mal hatte durch die antihormonelle Therapie, aber doch noch mehr als zu Beginn (da hatte ich 82kg). Aber das lässt mich hoffen, dass sich mein Körper in den 2,5 Jahren immerhin soweit mit dem hormonlosen Zustand arrangiert hat, dass prinzipiell eine Gewichtsabnahme möglich ist.

Deswegen – Projekt Minus Fünf. Ich möchte wieder unter 80kg kommen. Nicht in zwei Wochen oder zwei Monaten. Aber bis zum Ende des Jahres.

Ich werde mir deswegen nicht alles verkneifen, das geht ohnehin nicht gut. Und ich möchte auch nicht auf Schokolade und Gummibärchen und Chips (ja, die esse ich alle gerne 😉 ) verzichten. Aber es sollte doch möglich sein, keine Chips zu essen abends, wenn ich schon nachmittags Schoggi hatte. Und von allem ein bisschen weniger.
Außer Euch sage ich das keinem, was ich vorhabe. Ich habe keine Lust auf hochgezogene Augenbrauen oder süffisantes Lächeln, wenn ich ein zweites Stück Kuchen esse oder es abends doch mal Chips gibt. Ich mache das mit mir selbst aus, mit niemandem sonst.

Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt und wie lange meine Motivation hält. Im Augenblick ist sie groß 😀


ausgedient

Fast 550 km habe ich nun in ihnen zurückgelegt, davon gut 400 laufend. Nun sind sie durch und haben ausgedient.

Die neuen sind viel farbiger, Union Jack vorne drauf. Olympia-Edition? Der erste Test war jedenfalls wunderbar, es läuft sich wie auf Wolken 🙂

Einen Effekt hatte aber das ganze Laufen (und das halbe Jahr Muckibude) – ich habe zwar gewichtsmäßig nicht viel abgenommen (gut drei Kilo), aber einen Unterschied gibt es doch. Irgendwann merkte ich, dass da wieder Konturen sind an meinen Beinen. Ich glaube, die Muskeln habe ich zuletzt vor 20 Jahren gesehen 😉

Ich hatte damals noch mehr Fotos gemacht, wollte Euch aber das ganze Bein nicht zeigen. Zu schwabblig, nein danke. Da es mich einfach interessiert hat, ob das jetzt anders aussieht, habe ich die gleiche Pose gewählt.

Schlanker sind meine Beine nicht geworden (man beachte den nicht unerheblichen Muskel an der Oberschenkelrückseite 😉 ), aber die Cellulite ist doch deutlich auf dem Rückzug. Und vielleicht täuscht es auch, aber ganz so rollig sieht mein Bauch auch nicht mehr aus 😀

Überholspur

Die Zeit rennt. Ich habe so viel um die Ohren, dass mir die Tage und Wochen unter den Fingern zerrinnen. Nicht (nur) mit unangenehmen Dingen, aber es ist doch reichlich voll derzeit in meinem Leben. Das ganze Organisieren mit dem Jobwechsel, Freunde treffen, Gartenarbeit, Familienfeste … und schon steht das nächste Staging vor der Tür.

Nur noch gut vier Wochen – und mir flattern schon wieder die Nerven – glücklicherweise (noch nicht) dauerhaft.

Wo ist die Zeit geblieben? Ich möchte gerne von der Überholspur runter, aber es klappt nicht recht. Möchte entspannen und bin doch ständig unter Strom. Komme abends nicht ins Bett, morgens nicht raus. Immerhin schlafe ich dazwischen wieder leidlich gut.
Zu viel, zu voll … meine Ohren summen schon wieder laut vernehmlich, mein Gewicht geht hoch, weil ich ein Stressesser bin. Nicht gut. Aber noch habe ich nicht den Bremshebel gefunden.

Ich tue jetzt das einzige, was hilft: Ich gehe laufen.

Könnte ich mir wünschen …

… eine der Nebenwirkungen loszuwerden, ich wüsste, was ich wählen würde.

Nicht die Hitzewallungen, nicht die Gewichtszunahme, nicht die so dünn gewordenen Haare auf dem Kopf oder die zunehmend dunklen an den Beinen, nicht das ganze Wasser, was mein Körper gerade einlagert, nicht die steifen Gelenke morgens. Auch nicht die ganze Grübelei oder die Angst.

Ich würde schlafen. Statt mich total müde ins Bett zu legen und nach einer halben Stunde immer noch nicht eingeschlafen zu sein. Statt schlaflos auf dem Sofa dem Hörbuch zu lauschen. Statt alle Stunde doch wieder wach zu sein, wenn das Wegdüseln mal geklappt hat. Statt mit jedem Tag zu sehen, dass ich morgens schlechter aus dem Bett komme. Statt mich den Tag danach zu sehnen, die Augen zuzumachen.

Einfach schlafen.

383

Heute ist ein ganz besonderes Datum, heute vor einem Jahr habe ich mich erstmals auf die Piste gewagt und habe das Joggen angefangen. Seit dem habe ich 383 Kilometer laufend zurückgelegt, Wahnsinn! Am Anfang noch mit Gehpausen, aber die sind ja Teil des Trainings gewesen. Wenn ich mein Walking zur und von der Laufstrecke mitrechne, komme ich sogar auf 564 zurückgelegte Kilometer. 😀

Ich bin sehr froh, dass ich von Anfang an ein Lauftagebuch geführt habe. Da wird mir wieder sehr klar, wie viel ich im letzten Jahr geschafft habe. Und schön zu sehen, wie sich das Laufen zum „ich will raus“ entwickelt hat.

Nach den 2 Minuten habe ich gedacht, ich breche zusammen.
[Lauf 1, 1x2min Joggen]

Mir taten schon die Waden weh, bevor ich die Laufstrecke erreicht habe.
[Lauf 5, 3x2min Joggen]

Die dritten 2min waren hart, hatte hinterher Luftnot.
[Lauf 7, 3x2min Joggen]

Obwohl es nur zwei Minuten länger Laufen ist, ist das echt was anderes. Jetzt zittern mir die Knie.
[Lauf 12, 6x3min Joggen]

Es nieselte, aber das war egal, die Luft war gut. Ich war schon ganz maulig, weil es erst so aussah, als ob ich nicht raus könnte.
[Lauf 21, 4x6min Joggen]

Juchu!!!!! Geschafft! 30min am Stück gelaufen. Sehr cool, dass das geht. Ich bin happy!
[Lauf 31, 30min Joggen]

War unsicher, ob ich heute laufen sollte, mein Puls war die ganze Zeit schon so hoch. Aber ich wollte, die ersten 6km. Und geschafft! Bin stolz 🙂
[Lauf 54, 6km, 61min Joggen]

Wenn mir das vor einem Jahr einer erzählt hätte, dem hätte ich einen Vogel gezeigt.
Auch heute (Lauf 88) bin ich wieder 61 Minuten gelaufen, habe dabei aber fast 7km geschafft. Sehr cool. Nie hätte ich das geglaubt, dass ich das in meinem Alter noch lernen kann. Und noch erstaunlicher – dass es mir auch noch Spaß macht 😀

q.e.d.

Meine Waage zeigte mir heute morgen ein Plus von fast zwei Kilos seit Ende des Urlaubs. Ich habe meine Sportroutine von 4 bis 5 Stunden die Woche wieder aufgenommen, und es war nicht leicht. Ich hoffe daher, dass davon tatsächlich wieder etwas vom Gewicht wieder zugelegte Muskelmasse ist 😉

Aber trotzdem …

Liebes Unterbewusstsein, ich habe bewiesen, dass die Gewichtsabnahme nichts mit meinem Krebs zu tun hat. Könntest Du jetzt bitte aufhören, mir zu sagen, ich soll mehr essen? Verbindlichsten Dank.

Ups and downs

Die übliche „nach Urlaubs“-Depression ist einigermaßen sanft ausgefallen, vielleicht weil ich das Tief schon im Urlaub hatte. Derzeit laufen die aktuellen Bilder als Bildschirmschoner, und manchmal sitze ich nur vor meinem Rechner und sehe ihm lächelnd zu, wie er seinen Bildschirm schont 🙂

Nachdem ich kurz vor dem Urlaub eine Zusage für ein Vorstellungsgespräch hatte, hat sich das jetzt nach dem Urlaub wieder zerschlagen. Sie haben im Februar schon etliche Bewerber angesehen, ich war naturgemäß die letzte, weil ich ja nicht da war. Nur war jetzt schon der „Traumkanditat“ dabei, sodass sie mich jetzt nicht mehr interviewen. Die Enttäuschung hielt sich etwa eine Stunde, dann war ich erleichtert, dass das jetzt erstmal nicht in der nächsten Woche auf mich zukommt. Ich bin weiter im Pool, weiter sehr interessant (wie man mir versicherte) und ich weiter interessiert. Mal sehen, ob später was dabei heraus kommt.
Aber … da sind noch 2,5 weitere Eisen in diversen Feuern … 😉

Heute habe ich mich dann nach dem Urlaub mal wieder auf die Waage getraut: 3 Kilo weniger als bei der letzten Messung Mitte Januar! Wenn sich das so hält, dann habe ich mein Gewicht vom Anfang der AHT fast wieder.
Eigentlich sollte mich das freuen, aber es macht mich misstrauisch. Was, wenn das jetzt nicht von der Bewegung kommt? Gut sechs Wochen und 3 Kilo? Da gehen bei mir schon wieder die Alarmglocken an, dass es mit meinem Krebs zu tun hat. Die nächste Nachsorge ist geplant im Mai, und bis dahin werde ich das beobachten (müssen). Aber irgendwie habe ich den Drang, wieder mehr zu essen, nur um mir zu beweisen, dass ich zunehmen kann. Blöd, blöd, blöd …

Nächste Woche bin ich wieder bei der Psychologin. Und ich bin unwillig, weil ich Angst habe, dass mir das Gespräch meine gute Laune versaut. Ich habe gerade keine Lust auf „Graben in der Tiefe meiner Seele“, um etwas aufzuarbeiten, was mir gerade keine Probleme macht. Aber es ist ja absehbar, dass das wieder kommt (Staging im Mai …). Verdrängungstaktik.

Im Urlaub habe ich das Joggen nicht vermisst, vielleicht weil wir so viel gelaufen sind. Wieder zuhause drängte es mich jetzt aber ins Sportstudio, denn auf das Gerätetraining habe ich schon richtig gefreut. Ich habe natürlich alle Gewichte runtergesetzt, bei vier Wochen Pause hätte ich den alten Stand nicht geschafft. Und auch so hatte ich leichten Muskelkater in der Brustmuskulatur, aber es war toll! 🙂

Und jetzt, wo ich ein paar Tage auf meinem Schreibtischstuhl gehockt habe, drängt es mich wieder raus. Ich gehe jetzt laufen 😀

fast unbemerkt

Ich hatte gestern Diskussionen mit meinem Mann über meine Hosen. Er war der Meinung, Hose A würde meinen Po unvorteilhaft aussehen lassen, Hose B gefiele ihm besser.
Ich allerdings hatte das Gefühl, Hose B wäre viel zu schlabberig, um gut auszusehen, ich mochte Hose A lieber.
Patt.

Aber das hat mir heute keine Ruhe gelassen und irgendwie gefielen mir dann beide Hosen nicht mehr. Zu groß, alle beide.

Das Wühlen im Schrank ergab dann folgendes Bild:
Hosen der Größe 44 hatten überwiegend zu viel Platz um meine Hüften, Hosen der Größe 42 dagegen passten (fast) alle (wieder).

Seit letztem Jahr Mai (meinem Spitzengewicht) sind es jetzt nur gut zwei Kilos weniger auf der Waage, aber der viele Sport scheint sich doch ausgezahlt zu haben. Fast unbemerkt von meiner Seite hat sich offenbar einiges verändert. Und jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass die Trekkinghosen auch passen 😉

*Big grin*

Schnipsel (1)

Ich jogge auf eine Familie zu, drei Erwachsene, ein Junge auf einem Laufrad, ein Kinderwagen.
Der Junge bleibt wie angewurzelt stehen, guckt mich mit großen Augen an. „Warum läufst du so schnell?“, fragt er mich.

Ich grinse ihn an. „Weil es mir Spaß macht“, kommt meine spontane Antwort. So spontan, dass es wohl die Wahrheit sein muss. 😀

Mitkommen wollte er aber nicht.

Wer nicht wagt …

Im Nachbarort hat ein Fitness-Studio neu eröffnet. Ich habe hin- und herüberlegt, ob ich da hingehen soll.

  • „Wann soll ich das auch noch machen“ gegen „hat mir in der Reha immer Spaß gemacht“
  • „Fahrtweg, machst du doch eh nich“ gegen „im Winter braucht man ein Studio fürs Joggen“
  • „Kostet Geld und wer weiß, ob du es nutzt“ gegen „Yoga-Kurs wird auch angeboten“ und dabei an die liebe Sunny gedacht
  • „da laufen bestimmt komische Typen rum“ gegen „ich muss mich nicht verstecken“

Und so weiter und so fort … tagelang …
Dann bin ich zur Eröffnung hingegangen, weil ich das mit den Preisen nicht so ganz ernst genommen habe. Und tatsächlich kam auch noch was drauf an Geld, aber nicht so viel. Aber man musste sich innerhalb von drei Tagen entscheiden, Eröffnungsangebot halt.
Und wieder hin- und herüberlegt. Am Montag habe ich dann kurz entschlossen unterschrieben, für zwei Jahre meine Seele verkauft und bin jetzt Mitglied in einem Sportstudio. Wer hätte das gedacht!

Heute war der erste Kurstag Yoga.

Und morgen werde ich Muskelkater haben 😉

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