Unruhe

Selten hat mich etwas so beschäftigt wie dieses Bewerbungsverfahren. Wieder und wieder spuken Situationen durch meinen Kopf, vergangene und mögliche zukünftige, und ich komme nicht richtig zur Ruhe. Ich war so darauf gepolt gewesen, dass sich das bald entscheidet … und nun zieht es sich wie ein Kaugummi.
Das tut mir nicht gut, ich bin unruhig und kann gerade wieder nicht abends nicht einschlafen. Komme morgens nicht raus und bin leichter reizbar. Doof.

Und das Ganze setzt mich als Bewerber, sollten sie mich wirklich nehmen, sehr unter Druck. Wer so sorgfältig ausgesucht wurde, darf nicht versagen. Ich führe jetzt schon im Geiste Gespräche, sollte das alles rauskommen. Erst letztens ist jemand, den ich über das Netz kenne, in der Probezeit wieder gekündigt worden, weil eine Krankheit verschwiegen wurde. 😦

Ich muss mich sehr am Riemen reißen, nicht zu kneifen. Ich will diesen Job und gleichzeitig habe ich Angst, dass ich damit gegen die Wand fahre. Vielleicht wäre es besser, wenn … Nein, wäre es nicht! Basta.

Ich hoffe nur, dass dieses Elend nächste Woche ein Ende hat. So oder so.

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Oberkante Unterlippe

Ich komme derzeit kaum zum Nachdenken, und das ist nicht gut. Normalerweise läuft die Denkmaschine beim Joggen auf Hochtouren, kann ich auch mal Gedanken abschließen, und der Problempegel sinkt etwas. Aber ich habe derzeit die Empfehlung lieber nicht zu joggen, da meine Nasennebenhöhlen noch immer mit dem Urlaubsbakterium kämpfen (seit mittlerweile 6 Wochen). Daraus resultierende Kopfschmerzen (ja, von der Nase, Jenneke, das hat nix mit Krebs zu tun) und Zahnentzündung, latentes Krankheitsgefühl. Immerhin schlafe ich gut …
Devise ist jetzt, es ruhig anzugehen, und da zählt eine Stunde Puls 168 beim Joggen nicht dazu. Ausgerechnet jetzt 😦

Das fehlt, ich bin heute einfach so raus gegangen, musste mal ein wenig Strecke machen, wenn auch gehender Weise. Denn ich will nicht, dass der Stand zu Unterkante Oberlippe wird, und alles überläuft …
Es sind derzeit so viele Baustellen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch (mit allen dran hängenden Ängsten, Zweifeln und Bedenken), Treffen mit einer lieben Freundin (die gerade wegen Burnout aus der Klinik kam), meinem Mann geht es derzeit auch nicht so wirklich gut, mein eigenes Hadern mit der Psychologie (meiner und der meiner Psychologin), dringend fälliger Gartenarbeit, und dem Gefühl, dauernd keine Zeit zu haben.

Aber ein Gutes hat es: in drei Wochen ist das nächste Staging, und ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken …

Schon wieder gewagt …

… und immerhin ein Bewerbungsgespräch (eher einen Bewerbungsmarathon von 3 Stunden) gewonnen.

Drückt mir die Daumen 🙂

grübel, grübel …

Vier Tage frei, und ich habe das Gefühl, es ist nötig. Nur gut vier Wochen nach dem Urlaub. Irgendwie gibt mir das zu denken. So viele Stunden gearbeitet habe ich nicht, zwischen 40 und 43 pro Woche. Früher hat mir das nix ausgemacht. Wieso jetzt? Kann ich nix mehr ab? Die Krankheit schlägt jetzt doch zu, keine Belastbarkeit mehr?

Letztes Jahr war sehr entspanntes Arbeiten angesagt (es war einfach nicht so viel zu tun). Jetzt ist die normale Quote wieder erreicht, übermäßig viel ist es nicht. Hatte schon mehr. Meinen Kollegen geht es vielfach ähnlich – Anpassungsstörung an die normale Arbeitsbelastung und Unzufriedenheit mit diesen schwammigen Aussagen der neuen Geschäftsleitung nach der Übernahme.

Also bin gar nicht ich das unbedingt? Vielleicht ist es gar nicht die Menge der Arbeit, vielleicht ist es das ganze Umfeld? Warum sonst schreibe ich Bewerbungen? Meine eine Kollegin meinte, ich wäre nicht mehr gefordert. Huch, genaues Gegenteil von „zu viel Arbeit“ … Also was jetzt?

Wie auch immer – ich habe nicht übermäßig viel gearbeitet, und trotzdem habe ich dieses „keine Zeit“-Gefühl, obwohl das definitiv nicht stimmt. Ich nehme mir viel Zeit für mich (morgens vor dem Arbeiten, abends noch der Sport). Es liegt wohl eher daran, dass ich so viele Dinge gerne tue, zu denen ich letztes Jahr gut Zeit hatte. Der ganze Sport kam dazu. Jetzt geht nicht mehr alles, versuche ich aber trotzdem … Freizeitstress. Wäre ja nicht schlimm, wenn ich es als positiv empfinden würde. Tue ich aber nicht.

Ich mag das nicht, diese latente Unzufriedenheit, wenn ich nicht recht festmachen kann, woher sie kommt. Arbeit? Freizeitgestaltung? Oder doch der Krebs? Unklar. Und dann kann ich das auch nicht abstellen. Aber es hilft nix, weiter Grübeln bis ich dahinter gekommen bin. 😉

Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf die freien Tage! Ich wünsche Euch ein entspanntes Osterfest, viel Lachen und einen Haufen bunte Eier!

wieder da …

… und eigentlich auch nicht. Meine Gedanken sind noch im Urlaub …

Es waren wunderbare drei Wochen, auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie wir uns das gewünscht hätten. Ganz oben auf der „schade-Liste“ steht, dass erst mein Mann, dann ich krank waren. Er hat die Erkältung der Klimaanlage im Flugzeug zu verdanken, ich dann ihm … Es hat uns nicht wirklich abgehalten, was zu unternehmen, aber wir hätten an einigen Tagen doch mehr davon gehabt, wären wir gesund gewesen. Leider ist dem Husten auch mein Vorhaben „Paragliding“ zum Opfer gefallen. Aber das war mir einfach zu riskant 😦

Das Wichtigste ist aber – ich habe zweieinhalb Wochen Auszeit gehabt. Keine Termine, keine Ärzte, kaum Gedanken an Krebs, kein Stress und Hektik. Das war einfach toll, fiel mir aber natürlich dann erst so richtig auf, als es auf das Ende des Urlaubs zuging, und die Gedanken wiederkamen. Da ist mir so richtig bewusst geworden, was mich dann wieder hier in Deutschland erwartet: Arzttermine, Nachsorgetermine, Auseinandersetzen mit meinem Krebs.
Das Gefühl, dass ich vielleicht nie wieder hierher kommen könnte, wurde da fast übermächtig, und das hat mich sehr runtergezogen. Glücklicherweise waren das nur die letzten zwei, drei Tage, und ich konnte es bis zum letzten Tag ganz gut im Griff halten (aber dann war’s echt vorbei 😦 ).

Die Traurigkeit, dass der Urlaub jetzt rum ist, und die Angst, dass es vielleicht nie wieder etwas wird, sitzen mir immer noch im Nacken. Aber ich versuche, mich an den vielen, vielen tollen Erinnerungen zu erfreuen und einen Teil der Entspannung zu retten. Deswegen – ein paar Bilder wird’s schon noch geben, aber das kann noch ein paar Tage dauern, ebenso wie das Lesen Eurer Blogs 😉

Winke, winke!

Meine Ärztin hat beim letzten Termin mit mir geschimpft, ich hätte zu viele Erwartungen, zu viel Erfolgsdruck an mich und diese drei Wochen. Aber die Vorfreude auf den Urlaub hat mich durch etliche dunkle Stunden getragen, und jetzt nichts zu erwarten ist einfach unmöglich. Und eigentlich will ich mir das auch nicht nehmen lassen.
Aber so wie sie Unrecht hat, hat sie natürlich auch Recht – es ist immer eine gute Idee, sich selbst nicht unter Druck zu setzen, denn das macht das Genießen leichter. Und das habe ich vor – diese Zeit in vollen Zügen zu genießen 🙂

Macht’s gut, ich mache mich vom Acker, den nächsten Post gibt es nicht vor Ende Februar 😀

Schatten

Gestern war ich zur Mammographie, und obwohl meine Frauenärztin erst im Dezember einen Ultraschall der Brust gemacht hatte, bei dem alles OK war, hatte ich wieder die Hose voll. Dieses Mal sogar im wahrsten Sinne des Wortes, weil sich der nervositätsbedingte Durchfall mit den letzten Auswirkungen des Noro-Virus zusammengetan hat. Bäh.
Die Mammo war in Ordnung, alles prima. Nächster Termin nächstes Jahr. Aber das war nur der Auftakt des Januar-Ärzte-Marathons.
Nächste Woche ist der erste Termin bei der Psychologin. Wieder so ein Nervositätsfaktor, einfach weil ich nicht weiß, was mich dort erwartet. Der Fragebogen … liegt hier noch. Ich weiß, es ist blöd, davor Angst zu haben, aber so ist es halt.
In zwei Wochen dann wieder CT und MRT, das nächste Staging. Das ist noch nicht in meinen bewussten Gedanken angekommen, aber ich schlafe wieder schlechter, habe abends oft Herzrasen. Die allgemeine Stimmung ist latent gedrückt, es wir mir wieder schnell alles zu viel. Und gerade jetzt kann ich wieder keinen Sport machen, weil der Noro mich ausgeknockt hat. Ich hoffe, dass es nächste Woche wieder geht, und ich dann auch wieder etwas Schwung kriege.

Was mich aber am meisten ärgert ist, dass es mir die Urlaubsplanung vermiest. Sonst bin ich immer wie ein Kind auf meinem Stuhl auf und ab gehopst, voller Ideen, was wir alles machen könnten. Dieses Mal fällt es mir seltsam schwer, eine Route festzulegen. Wenn es nicht langsam Zeit gewesen wäre, die ersten Motels zu buchen – ich hätte bisher nichts gemacht. 😦
Ich will mich freuen, ich will planen und hänge doch nur ab. Es nervt.

Aber auch ohne die übliche Vorfreude – der Urlaub kommt. In vier Wochen sind wir schon unterwegs, irgendwo zwischen Asien und Australien 🙂

2012

Einen Jahresrückblick werde ich an meinem Geburtstag schreiben, dem 9. Januar. Nicht der vor 40 Jahren, aber der vor 10 Jahren 🙂
Aber trotzdem beginnt jetzt ein neues Jahr, und ich habe eine ziemlich lange Wunschliste für die kommenden 365 Tage. Ich hoffe, dass ich am Ende ein positive Bilanz ziehen kann.
Die Liste ist nicht erschöpfend und bis auf den ersten Punkt, der mir natürlich am Wichtigsten ist, nicht unbedingt als Reihenfolge zu verstehen.

  • Gesundheit (in meinem Fall – kein weiteres Metastasenwachstum)
  • Spaß haben!
  • viel Zeit für mich
  • eine eigene Himbeere pflücken
  • 10 km laufen
  • einen entspannten Ehemann
  • eine neue Rose pflanzen
  • viel Zeit mit meinen Lieben
  • den Roman beenden
  • Neuseeland ohne Pannen
  • neuen Job
  • Meditieren lernen
  • mindestens ein Konzert besuchen (gerne auch mehr)
  • 5 kg abnehmen
  • neues Auto
  • Skydive oder Paragliding
  • einen Fotokurs machen
  • Zeit mit meinen vier Nichten verbringen
  • eine Pergola für die Terrasse

Ich wünsche Euch ein entspanntes und gesundes Neues Jahr! Möge sich die Glückswaage am Ende zur guten Seite neigen.

Selbstfürsorge

Ich habe mich nach Weihnachten mit einer lieben Freundin getroffen. Ich hatte ein bisschen Angst vor dem Treffen, da sie seit ein paar Monaten wegen Depression in Behandlung ist und ich nicht abschätzen konnte, wie sie drauf sein würde. Aber es war ein netter Abend, voll intensiver Gespräche.

Eines davon ging über Selbstfürsorge, etwas, das sie nicht genug betreibt. Ich kenne das von mir auch, das ist wie ein Reflex: erst die anderen, dann ich. Doch während wir sprachen, ist mir aufgangen, dass sich das bei mir etwas verändert hat. Ich schrieb ja schon in meinem Weihnachtspost, dass dieses Jahr die übliche Depri an mir vorbei gegangen ist.
Je länger ich jetzt darüber nachdenke, desto mehr schreibe das meiner veränderten Einstellung zu. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich das letztes Jahr empfunden habe (nämlich so wie sonst) – so viel zu tun, dass ich selbst mit meinen Bedürfnissen auf der Strecke geblieben bin. Das, was mir wichtig war, ist hinten runter gefallen.
Aber dieses Jahr, ist mir aufgegangen, war das anders. Da bin ich am 23. Dezember ins Fitness-Studio gegangen, weil mir das gut tut, weil mir das wichtig ist, weil ich das für mich wollte. Dafür habe ich keine Weihnachtsemails versendet. Bis heute nicht übrigens, es werden jetzt Jahresendgrüße 😉

Natürlich habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen, aber es hält sich in Grenzen. Ich bin froh, dass ich es so gemacht habe und hoffe darauf, dass mir das in ähnlichen Situationen auch wieder einfällt. 😀

Wer nicht wagt … (Teil 3)

Ich habe gerade eine online-Bewerbung abgeschickt. Coole Stelle, interessanter Arbeitgeber, eine gute Gelegenheit.

Abgeschickt, aber nicht so ganz ohne Bauchgrummeln, da neuer Job immer auch neuen Stress bedeutet. Und immer mit der Frage im Hinterkopf, wie lange das mit meinen Metastasen noch gut geht mit der Vollzeitarbeit.

Aber vielleicht geht es noch ein paar Jahre gut, und wenn ich eines nicht mag, dann sind es verpasste Chancen.

Also, drückt mir die Daumen 😉

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