Psycho-Onkologie

Anfang der Woche hatte ich den ersten Termin in der pychosomatischen Frauenheilkunde. Es fing schon mal schlecht an, weil ich massive Probleme hatte, mein Auto an der Uniklinik zu parken (alles voll um 10 Uhr?) und dann in dem riesigen Gebäudekomplext die Frauenklinik zu finden. So war ich dann abgehetzt, als ich ankam. Nicht gut.

Die Psychotherapeutin sah deutlich älter aus als auf dem Bild der Homepage, und ich war nicht sicher, ob ich sie wirklich sympathisch fand. Aber ich konnte mich gut mit ihr unterhalten, und es fiel mir leicht, mit ihr zu reden. Die hat schnell gemerkt, dass ich Probleme mit diesem Fragebogen hatte, und hat ihn dann auch recht schnell zur Seite gelegt.
Ich habe ihr lange meine Geschichte erzählt, sie muss mich ja erstmal kennenlernen. Memo an mich – nächstes Mal einen Bonbon mitnehmen, zwischendurch war mein Hals zu trocken. Wir haben uns auch zum Teil über Sachen unterhalten, von denen ich das nicht erwartet hätte.

Zwischendrin hat die Ärztin immer mal wieder zusammengefasst, was alles gut läuft. Und das ist eine Menge! Ich habe viel Lob für meine Vorweihnachtsaktion mit dem Sportstudio eingeheimst. Das ist der Weg, sagte sie.
Weiterhin haben wir viel darüber gesprochen, dass ich nicht anderen gegenüber verpflichtet bin. Nicht meinen Eltern, nicht meiner Familie oder Freunden, nicht mal meinem Mann. Nur mir selbst gegenüber. Das ist sicher ein Punkt, über den wir noch viel sprechen werden.

Dass ich abends manchmal mit Herzrasen im Bett liege, hat sie nicht überrascht. Die Krebserkrankung ist eine Dauerbelastung, die unterschwellig immer da ist, auch wenn ich gerade aktiv nicht daran denke. So kommen dann die Symptome auch mal hoch, wenn kein Staging ansteht. Und wenn das näher kommt, ist natürlich die Belastung viel mehr da.
Psychopharmaka würde sie mir nicht aufschreiben wollen (nee, das will ich auch nicht), aber sie hat mir einen Tipp für ein Pflanzliches Präparat gegeben: Lasea. Ich teste gerade und werde dann mal berichten.

Mein Gefühl bei diesem ersten Gespräch war wie mit dem Fragebogen. Ich schwankte zwischen
„Was tust du hier eigentlich? Du hast doch schon selbst so viele Strategien entwickelt, du klaust nur anderen die Zeit der Ärztin.“
und
„Oh Gott, ich habe so viele Probleme, wie schaffe ich überhaupt mein Leben?“

Der Plan ist jetzt, dieses und das nächste Staging mit Gesprächen zu begleiten. Sie kann an meiner Erkrankung natürlich nichts ändern, wohl aber können wir an meiner Einstellung arbeiten, dass diese Belastung etwas zurück geht.
Sie kann keine Dauertherapie anbieten, sie macht Krisenintervention. Ich bin damit einverstanden, denn im Augenblick glaube ich, dass es ausreicht. Ich wünsche mir Denkanregungen, wie ich besser mit allem umgehen kann, und die werde ich kriegen. Und sie sagte, wenn eine neue Krise da ist, dann kann ich ja wiederkommen 😉

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die Effekte sein werden 🙂

Werbeanzeigen