die letzten drei Monate …

… hatten es in sich.

Der neue Job, die Anstrengungen mit dem Pendeln zwischen Bürowohnung und Zuhause, die kurzen Wochenenden. Alles neu, alles erst wieder lernen, wie dort der Hase langläuft. Unter Beobachtung sein. Nichts sagen dürfen. Alles sehr anstrengend, ich habe gemerkt, dass ich keine 20 mehr bin.

Und doch war es gut, so viel Ablenkung zu haben, denn dann habe ich nicht darüber nachdenken können/müssen, was dieses katastrophale Staging im August mit meiner Psyche angestellt hat. Ich war in der Zeit nur einmal bei meiner Psychologin, wie hätte es auch mehr sein können, ich war ja nicht da. Also habe ich verdrängt, das Draußen herum wichtiger als mein Innen. Mir war klar, dass das nicht gut ist, aber es ging auch nicht anderes.

Natürlich hat es mich eingeholt. So heftige Angst wie vor diesem Staging hatte ich Jahre nicht. Das alles wird mich noch lange beschäftigen. Vielleicht sollte ich sagen – jetzt erst, denn wirklich damit auseinander gesetzt habe ich mich nicht bisher. Da ist die heftige Reaktion auf das Staging auch für mich kein Wunder gewesen.
Als ich gemerkt habe, wie die Angst immer schlimmer wurde, habe dann auch wieder Lasea genommen, um ein wenig ruhiger zu werden. Das habe ich die letzten Monate nicht gebraucht, dieses Mal schon. Ob es geholfen hat? Ich glaube schon, denn bis zu dem Montag vom CT-Thorax habe ich mich so einigermaßen gut gehalten (und weiter schön alles verdrängt, was da auf mich zukommt). Aber dann war es vorbei und hat mich überrollt 😦

Meine Rippen, die ja einen nicht unerheblichen Anteil an meiner Aufregung dieses Mal hatten, tun immer noch weh. Die Theorie ist inzwischen, dass ich eine Blockade in einer der Rippen habe, das passt zumindest mit den Symptomen zusammen. Es nervt ohne Ende, mit diesem ganzen Stress würde ich am liebsten sporteln ohne Ende und kann nicht. Meine Hoffnung ruht jetzt auf einer befreundeten Physiotherapeutin, die ich am Wochenende sehe. Und wenn es nach Weihnachten nicht besser sein sollte, muss ich wohl doch mal einen Orthopäden aufsuchen …

Ich hoffe, dass sich in mir jetzt langsam wieder die Erkenntnis durchsetzt, dass die August-Episode, um das mal so euphemistisch zu nennen, wirklich ein Fehlalarm war. Immerhin hat sich jetzt in vier Monaten nichts getan, nichts verschlechtert, mein schmerzenden Rippen nichts mit Krebs zu tun haben. Dass ich mich trauen kann, mich wieder etwas zu entspannen. Dass ich es mit diesem Dezember-Ergebnis im Kopf wagen kann, mich mit dem August-Erlebnis auseinanderzusetzen.
Ich hoffe es, weiß aber nicht, ob mir das gelingen wird. Ich habe jedenfalls vor, mich nicht wieder so zu verkriechen, und ich werde sehen, wohin es mich bringt.

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Innen

… ist immer noch nichts.

Letztes Mal bin ich vor Erleichterung und Freude fast geplatzt, als ich das Ergebnis vom CT hatte. Ich war so aufgedreht, dass ich erstmal laufen musste, um wieder etwas runter zu kommen (und was war das für ein Lauf!).

Und heute? Alles gut, schön. Weiter im Text. Und die gedrückte Stimmung ist immer noch da. Nein, gedrückt ist verkehrt, aber irgendwie teilnahmslos. Sicher, die negativen Gedanken waren und sind auch auf Abstand, aber jetzt sind die guten auch nicht da.

Gelaufen bin ich heute trotzdem. Habe dabei drüber nachgedacht, wie ich meine sportlichen Wünsche mit einen ärztlichen und dienstlichen Terminen zusammen bringe bis zum Urlaub. Ich musste mich regelrecht zwingen, mal dran zu denken, dass ich heute beim CT war, und dass es gut ausgefallen ist. Aber Freude kam nicht auf. Habe statt dessen darüber nachgedacht, warum ich gerade so drauf bin. Und bin doch nur zu einem Ergebnis gekommen:

Ich mag diese Gleichgültigkeit nicht.

Ich weiß nicht, woher sie kommt. Aber ich habe das Gefühl, mein Leben zieht gerade an mir vorbei, ohne dass ich daran Teil habe. Sicher, die Angst und die Nervosität sind manchmal schwer zu ertragen. Aber ohne Freude ist da auch keine Lebensqualität.

Hat das Lasea einen so starken Einfluss auf mich? Eigentlich kann ich es mir nicht vorstellen, ist doch nur Lavendel … und doch ist es das Einzige, was anders ist als sonst. Ich werde heute noch eine nehmen, wegen der Untersuchung morgen, und dann wieder aufhören.

Und dann werde ich ja sehen, was passiert.