bauchgesteuert

Das CT hat mich sonst immer schon entspannt. Wenn CT gut, alles gut. Das hat in meinem Kopf funktioniert, ich konnte mich schon mal ein bisschen abregen. Es hängt ja schließlich alles zusammen.

Leider funktioniert es dieses Mal nicht, und ich bin jetzt nervöser als vor dem CT. Durchfall und alles … Ich konnte mich beim Arbeiten heute kaum konzentrieren, und alles war eine Anstrengung – mich aufzuraffen und meine Gedanken dabei zu behalten.
Warum? Weil mich das MRT von August 2012 in einen Abgrund gestoßen hat nach einem guten CT? Weil ich befürchte, die Probleme im Iliosakralgelenk haben doch was mit Metastasen zu tun? Weil es mir nicht aus dem Kopf geht, dass diese gebrochene Rippe doch was mit Krebs zu tun hat? Wenn sie nicht gesehen wurde im Dezember … was haben sie noch übersehen?

Vielleicht sind es einfach zu viele kleine Punkte, die sich summieren und mich aus der Bahn werfen. Ich habe derzeit kein Zutrauen in meinen Körper und nicht in die Untersuchungen. Meine Stimmung ist am Boden, und ich habe einfach nur Angst, dass jetzt doch noch was hinterher kommt. Ich weiß nicht, wie ich morgen den Tag rumbringen soll, bis ich dem Befund nachtelefonieren kann. Und wie ich den Mut dazu aufbringen soll.

Ich mag es nicht, wenn ich so drauf bin, so bauchgesteuert, doch der Kopf hat einfach keine Chance, dagegen anzukommen, egal wie gut die Argumente auch sein mögen 😦

Staging 04/2013 – CT Thorax

Heute habe ich mich im CT besser gehalten als letztes Mal (was nicht schwer war). Auch dieses Mal ging die Auswertung schnell, Lunge und Lymphknoten sehen aus wie immer, keine Veränderung. 😀

„Aber“, sagte die Ärztin, „ich weiß jetzt, warum Ihnen die Rippe weh tat letzes Mal.“ Denn in der Tat war jetzt auf den Bildern ein leuchtender weißer Fleck zu sehen, der eindeutig eine heilende Rippenfraktur anzeigt. Auf dem Dezember-CT war die Bruchlinie nicht zu sehen, wenn sie ungünstig liegt und nicht sehr ausgeprägt ist, kommt das vor. Drei Monate später jedenfalls ist deutliche Kallusbildung zu sehen, der Knochen heilt. Der Unterschied zu der pathologischen Fraktur aufgrund der Metastase, die ich 2010 hatte, ist deutlich. Das war keine Metastase, das meint die Ärztin und selbst ich habe da deutlich einen Unterschied gesehen.

Aber was soll ich jetzt davon halten? Was soll ich einem CT noch glauben, wenn eine Rippenfraktur nicht sichtbar ist? Und wieso war da eine Fraktur? Ich war erkältet, hatte aber keinen Husten. Habe ein paar Sachen getragen, aber mehr auch nicht. Und wache dann morgens mit einer gebrochenen Rippe auf? Falsch auf dem Kuscheltier gelegen, oder was?

Auch wenn das jetzt unmittelbar nichts mit dem Krebs zu tun hat, lustig finde ich das nicht. Osteoporose von der Antihormontherapie? Tut das Bisphosphonat Dinge, die es nicht tun soll? Und wie sehen meine anderen Knochen aus? Kommt da noch mehr auf mich zu? Mal falsch abstützen und das Handgelenk ist durch?

Mein Gehirn klammert sich daran fest, dass die Lymphknoten alle gut aussehen und sich sonst nichts getan hat. Aber ruhiger für das MRT morgen macht mich das Ganze nicht … Aber auf den Befund kann ich dann ja eh wieder lange warte …

die letzten drei Monate …

… hatten es in sich.

Der neue Job, die Anstrengungen mit dem Pendeln zwischen Bürowohnung und Zuhause, die kurzen Wochenenden. Alles neu, alles erst wieder lernen, wie dort der Hase langläuft. Unter Beobachtung sein. Nichts sagen dürfen. Alles sehr anstrengend, ich habe gemerkt, dass ich keine 20 mehr bin.

Und doch war es gut, so viel Ablenkung zu haben, denn dann habe ich nicht darüber nachdenken können/müssen, was dieses katastrophale Staging im August mit meiner Psyche angestellt hat. Ich war in der Zeit nur einmal bei meiner Psychologin, wie hätte es auch mehr sein können, ich war ja nicht da. Also habe ich verdrängt, das Draußen herum wichtiger als mein Innen. Mir war klar, dass das nicht gut ist, aber es ging auch nicht anderes.

Natürlich hat es mich eingeholt. So heftige Angst wie vor diesem Staging hatte ich Jahre nicht. Das alles wird mich noch lange beschäftigen. Vielleicht sollte ich sagen – jetzt erst, denn wirklich damit auseinander gesetzt habe ich mich nicht bisher. Da ist die heftige Reaktion auf das Staging auch für mich kein Wunder gewesen.
Als ich gemerkt habe, wie die Angst immer schlimmer wurde, habe dann auch wieder Lasea genommen, um ein wenig ruhiger zu werden. Das habe ich die letzten Monate nicht gebraucht, dieses Mal schon. Ob es geholfen hat? Ich glaube schon, denn bis zu dem Montag vom CT-Thorax habe ich mich so einigermaßen gut gehalten (und weiter schön alles verdrängt, was da auf mich zukommt). Aber dann war es vorbei und hat mich überrollt 😦

Meine Rippen, die ja einen nicht unerheblichen Anteil an meiner Aufregung dieses Mal hatten, tun immer noch weh. Die Theorie ist inzwischen, dass ich eine Blockade in einer der Rippen habe, das passt zumindest mit den Symptomen zusammen. Es nervt ohne Ende, mit diesem ganzen Stress würde ich am liebsten sporteln ohne Ende und kann nicht. Meine Hoffnung ruht jetzt auf einer befreundeten Physiotherapeutin, die ich am Wochenende sehe. Und wenn es nach Weihnachten nicht besser sein sollte, muss ich wohl doch mal einen Orthopäden aufsuchen …

Ich hoffe, dass sich in mir jetzt langsam wieder die Erkenntnis durchsetzt, dass die August-Episode, um das mal so euphemistisch zu nennen, wirklich ein Fehlalarm war. Immerhin hat sich jetzt in vier Monaten nichts getan, nichts verschlechtert, mein schmerzenden Rippen nichts mit Krebs zu tun haben. Dass ich mich trauen kann, mich wieder etwas zu entspannen. Dass ich es mit diesem Dezember-Ergebnis im Kopf wagen kann, mich mit dem August-Erlebnis auseinanderzusetzen.
Ich hoffe es, weiß aber nicht, ob mir das gelingen wird. Ich habe jedenfalls vor, mich nicht wieder so zu verkriechen, und ich werde sehen, wohin es mich bringt.

Staging 12/2012 – MRT Abdomen

Es ist wieder ein Drama gewesen, diesen Befund zu bekommen. Die Praxis sagte, es sei alles am Dienstag raus gegangen, doch ich hatte weder Donnerstag noch heute was in der Post. Wie gut, dass ich gestern schon mit der Praxis von Professor Koryphäe gesprochen hatte, die hätten den Befund (nach Aussage der MRT-Praxis) auch am Dienstag per Fax schon erhalten haben sollen. War aber nicht. Da haben die dort beim MRT nachgehakt und es wurde noch einmal gefaxt. Und dann haben sie mich angerufen, weil sie ja wussten, dass ich hier wie auf heißen Kohlen sitze.

Alles wie zuvor. Puh.

Was mich etwas wundert – der Befund (den ich heute von Professor Koryphäe als Kopie bekommen habe) spricht jetzt von unveränderten, bekannten Knochenmetastasen. Ich finde das nach wie vor sehr dubios, dass das jetzt plötzlich alles zu sehen sein soll. Aber ich halte mich daran – wenn alles andere OK ist, mache ich mich deswegen nicht verrückt. Vielleicht sind es doch Spuren von meinem Sturz, vielleicht schauen sie nur jetzt genauer dort hin, da es einmal aufgefallen ist. Keine Ahnung, aber es wird nicht mehr und damit kann ich es getrost ignorieren.

Das nächste Staging ist nun für Anfang April anberaumt. Vielleicht schreibe ich nachher noch ein kleines Fazit zu diesem hier, wenn mir danach ist.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich das jetzt erst einmal abhaken kann. Keine weiteren Arzttermine dieses Jahr! Mir stehen jetzt 1,5 Wochen Urlaub bevor, und die habe ich dringend nötig.

Staging 12/2012 – CT Becken

Ich war eigentlich recht gut drauf, das MRT am Morgen hat mich nicht wirklich gekratzt nervositätstechnisch, den Befund gibt es dann morgen oder übermorgen.

Vor dem CT-Becken mittags sah es schon anders aus. Es war leider nicht der Arzt wie zuvor (und damit auch nicht der, mit dem mein Professor Koryphäe vorher gesprochen hatte), aber ich hatte den Biopsiebefund mit und habe dann lang und breit alles erklärt. Das CT ging schnell, aber dann hat es aber fast 45 Minuten gedauert, ehe ich zur Besprechung rein gerufen wurde. Das hat wieder unglaublich an meinen Nerven gezerrt.

Das Ergebnis jedoch ist gut: Die Bilder von August und jetzt sind identisch. Kein Anhalt dafür, dass ich da etwas getan hat.

Allerdings meinte der Arzt auch, dass das alles nicht wirklich metastasentypisch aussehen würde, was er da sieht. Zum Teil schon, zum Teil nicht. Ob ich Schmerzen im Becken hätte? Nö, ich habe vieles, aber das nicht. Ist mir herzlich egal, was auch immer es ist, es ist alt und solange sich nichts tut, kratzt mich das nicht weiter. Ich habe dann ganz forsch gesagt – solange sich an den anderen Befunden nichts tut, würde ich das Becken nicht wieder ansehen. Er hat zugestimmt, aber letztendlich muss ich das mit Professor Koryphäe besprechen.

Puh. Jetzt fehlt noch der Befund vom MRT. Und solange ich den nicht habe, bleibt Unsicherheit (haha, guter Witz, die bleibt sowieso …).

PS: Meine Rippen tun immer noch weh, auch wenn es jetzt langsam besser wird. Ich hoffe, dass ich dann nach Weihnachten wieder laufen kann. Endlich!

Staging 12/2012 – CT Thorax

Gestern Abend war nicht gut, heute morgen noch viel schlimmer. So elend vor Angst habe ich mich nicht mehr seit dem Staging nach der Erstdiagnose gefühlt. Seit letztem Sonntag habe ich Schmerzen an den Rippen, Stechen beim Einatmen, erst ein wenig, dann mehr, und es fühlte sich verdammt so an wie beim letzten Mal als wegen der Metastase die Rippe gebrochen war. Der Kopf versuchte, dagegen an zu argumentieren, dass in den 4 Monaten seit dem letzten CT nicht so schnell was in den Knochen wachsen könnte, dass gleich die Rippe bricht. Und doch hatte ich keine Ahnung, was es sonst sein könnte. Muskelzerrung? Ich hatte nichts gemacht. In meinem Kopf lief alles drunter und drüber.

Heute morgen war ich so angespannt, dass ich schon geweint habe, als ich im CT lag. Ich war da schon überzeugt, dass das CT nur eine Formalität ist. Die Ärztin hat das natürlich gemerkt, und sie war sehr lieb. Und sie hat, glaube ich, so schnell wie noch nie diese Bilder ausgewertet.

Alles wie zuvor. Keine Veränderung. Kein Wachstum, keine vergrößerten Lymphknoten im Brustraum. Alles gut.

Nach während sie mir das sagte, war dann kein Halten mehr, und sie hat eine ganze Weile einfach nur ganz fest meine Hand gehalten, während ich schluchzend versuchte, das zu verstehen, was sie mir da gerade gesagt hatte.
Auf die Frage, warum mir dann meine Rippen weh täten, verzog sie etwas das Gesicht. Psychosomatisch, war dann die Antwort, im CT sieht sie jedenfalls nix. Oder Muskelzerrung? Auch das wäre möglich. Wenn es morgen weg ist, dann weiß ich, dass sie Recht hatte.

Ich bin dann völlig verheult aus der Praxis geflohen, habe liebe Leute angerufen und noch mehr geweint.

Jetzt ist Erleichterung da. Wenn die thorakalen Lymphknoten gut aussehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gut, dass auch der Rest OK ist. Aber freier atmen werde ich erst, wenn morgen MRT vom Abdomen und CT vom Becken auch gut aussehen.

Angst

Ich habe alles versucht, nicht daran zu denken. Ich habe mich mit allem abgelenkt, was mir eingefallen ist, bleibe bis zur Erschöpfung auf, damit ich einschlafe (was trotzdem nicht klappt). Ich habe mich von allem abgeschottet, was mit Krebs zu tun hat. Internet, Blogs, Gespräche, alles. Will nichts hören davon. Nicht erinnert werden. Normal tun, nicht ich sein. Nicht krank sein.
Eine Weile ging das, manchmal einen Tag, manchmal ein paar Stunden. Tagsüber im Büro war es meist ganz in Ordnung, aber abends … manchmal sind mir schon auf dem Weg nach Hause die Tränen runtergelaufen.

Aber das ist jetzt vorbei. Ich kann nichts mehr wegschieben. Ich kann nur noch aushalten. Die Katastrophe vom letzten Staging hat mich meine Zuversicht gekostet, meinen Optimismus. Die Angst zerdrückt mich, ich kann nicht mehr entkommen, mich nicht mehr ablenken. Und das Wissen, was ich dann auch bestimmt den Job verliere, setzt mir zu. Weil ich ihn in den letzten Monaten zu schätzen gelernt habe.

Nächsten Montag geht es los. CT Thorax. MRT Abdomen. CT Becken. Ich weiß nicht, wie ich die Woche aushalten soll bis dahin. Oder das Wissen, dass das jetzt für den Rest meines Lebens so weitergeht. Dass es keine Ruhe geben wird. Dass das nie wieder weg geht.

Irgendwie werde ich lernen, damit zu leben.

Biopsie-Befund

Als der Brief heute im Postkasten lag, hämmerte mein Herz wieder, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Was, wenn da jetzt doch was anderes drin steht als was Professor Koryphäe mir gesagt hatte?

Aber das Lesen hat bestätigt, was er mir berichtet hat. Es ist ein langer Befundbrief,  aber dieser Satz ist für mich der entscheidende:

Damit ist keinesfalls von einem Neu-Auftreten auszugehen.

Ich glaube, ich habe eine geschlagene halbe Stunde gebraucht, ehe mein Puls wieder auf Norm war. Dann noch mal gelesen. Der Befund folgt der Argumentation, die schon mein Onkologe mir erzählt hat (soweit ich das am Freitag überhaupt mitbekommen habe).
Ein paar Aussagen fand ich aber nicht wirklich ganz klar, also habe ich das Ding noch mal gelesen und noch mal und dann der Radiologin (in Ermangelung meines Professors) eine Email geschrieben und sie gebeten, mich mal anzurufen, wenn Sie Zeit hat. Ich hatte auch gleich schon ein paar Fragen reingeschrieben, damit sie wusste, was auf sie zukommt 😉 (Mein Professor kennt das ja inzwischen, dass ich frage ohne Ende …)

Vor allem hat mich interessiert, was sie denn auf den alten Bildern des MRT gesehen hat, was der MRT-Befunder nicht gesehen hat. Als sie dann anrief, schnellte mein Puls wieder hoch, aber das hält mich ja nicht vom Fragen ab.
Das Problem mit meinen MRTs ist, dass sie auf das Abdomen abgestimmt sind, alles, was im Knochen dargestellt ist, ist ein Zufallsbefund. Ihr hat jetzt geholfen, dass sie vom Becken-CT wusste, wo sie suchen musste, und da hat sie dann tatsächlich auch was gesehen. Verglichen hat sie das letzte MRT mit 11.10.2011 und 24.01.2012 (die anderen waren leider nicht im online-System für sie einsehbar). Dort sieht sie keine Veränderung in der Größe der Läsion, die sie auch punktiert hat.
Alles zusammen, das hat sie noch mal klar gesagt, ergibt, dass es sich um alte Metastasen handelt. Sie sind schon verdichtet am Rand nach zwei Jahren Therapie mit Bisphosphonaten und innen nur inaktive Zellen (sie sagte, die Proben seien ziemlich matschig gewesen). Klar müsste man noch mal in ein paar Monaten schauen, aber sie an meiner Stelle würde das abhaken.

Gut, versuche ich. Aber das ist Stoff für einen anderen Artikel 😉

„Ich finde das nicht stimmig“

war das erste, was Professor Koryphäe zu mir sagte. „Das passt nicht zusammen.“

Als er das sagte, wusste ich schon, dass er meinen Sturz mögen würde. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, wie ich das Gespräch anfangen sollte, aber er hat es mir damit sehr einfach gemacht. Also sagte ich: „Ich habe da noch ein paar Informationen, die da vielleicht besser ins Bild passen.“
Dann habe ich erzählt, was mich stutzig gemacht hat (er ist auch über das „flächig“ gestolpert) und er sagte, der Sturz würde alles ganz zwanglos und vollständig erklären. Nicht so, wie ich es mir mit Hämatomen vorgestellt hatte, da das MRT so was nicht zeigt, sondern Ödeme, die sich bilden bei solchen Verletzungen. Aber das macht nichts. Uff.

Sein Standpunkt war eindeutig – die Art der Metastasierung, der Verlauf des Progresses, der aus dem Befund hervorgeht – das passt einfach nicht. Er hat schon viel gesehen, so was noch nicht. Nirgendwo sonst in meinem Körper gibt es Hinweise darauf. Er sagte, bei so massivem Befall, wie er da beschrieben ist, würde man das im Blut sehen, nicht unbedingt im Tumormarker sondern in der Alkalischen Phosphatase (da sie Zellabbau anzeigt). Aber da ist alles gut.

Aber abklären tun wir das natürlich trotzdem, dafür ist der Befund zu schwerwiegend, um es nicht zu tun. Deswegen gibt es nächste Woche einen Termin für ein Becken-CT. Wenn da die Knochen gut aussehen (abgesehen von einer Haarrissfraktur, die er erwartet nach meinen Beschwerden), dann haken wir den MRT-Befund ab als Falschaussage.

Daran halte ich mich jetzt fest. Der Mann hat viel gesehen, er kennt sich aus. Aber so richtig weggehen wird mein Zittern erst, wenn das CT gelaufen ist. Wenn das gut aussieht. Und selbst dann wird dieser Schock so schnell nicht weggehen.

Gestern, mit dem Befund in der Hand, hätte ich das nicht für möglich gehalten, dass das alles so eine Wendung nimmt.

Ich gehe jetzt joggen, das Adrenalin loswerden …

Sichtweisen

Während ich gestern Abend schon fast das Gefühl hatte, dem Progress von der Schippe gesprungen zu sein, herrscht jetzt wieder die Angst.

Es spricht einiges dafür, dass das MRT tatsächlich Hämatome meines Sturzes sieht. Man benutzt MRTs zum Beispiel dafür, nach Transplantationen innere Blutungen zu finden und zu beurteilen. Eine Freundin sagte mir, kurz nachdem es passiert war, dass sie ein halbes Jahr mit so einem Steißsturz zu tun gehabt hatte. Ich habe nach außen nichts gesehen, aber bei den Schmerzen muss es mächtig geblutet haben nach innen.
Keine Ahnung.

Andererseits ist der Radiologe ein erfahrener Arzt, dem man schon zutrauen kann, Hämatome von Metastasen zu unterscheiden. Natürlich ist das auch nur ein Mensch, und wenn jemand zur Verlaufskontrolle wegen Krebs kommt, hat er vielleicht eine eingeschränkte andere Sichtweise.
Keine Ahnung.

Das Argument der Sichtweise trifft ja nun auch auf mich zu, die nur allzu gerne eine Alternative gesehen hat in dem Befund. Vielleicht macht der Professor dann alles mit einem Kopfschütteln wieder zu nichte. Vielleicht auch nicht.

Keine Ahnung.

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