Zwangspause

Das Becken ist gestanzt, schlimm war es nicht, aber ich hätte gerne auf den Augenblick verzichtet, als die Ärztin mit deutlicher Besorgnis in der Stimme sagte, dass die Nadel jetzt verbogen sei und sie hoffentlich nicht abbricht (im Knochen). Tat sie nicht, glücklicherweise.
Am Ende hatte sie vier Bröckchen, nicht viel, aber es wird hoffentlich reichen. Wenn nicht – zurück auf Los.

Der Befund wird (mindestens) bis Ende der nächsten Woche dauern. Während ich gestern nach der Untersuchung noch fest entschlossen war, diese Woche Zwangspause vor dem Thema zu genießen (und auch recht gute Laune hatte), laufe ich heute wie ein Gespenst durch die Gegend und weiß nichts mit mir anzufangen. Bin latent davor, in Tränen auszubrechen und habe keine Idee, wie ich mich ablenken kann. Sport darf ich nicht, immerhin haben sie ja gestern erst den Knochen angebohrt.

Alles Mist 😦

Werbeanzeigen

Die magische Zahl: 28

Ich hatte die Woche den verschobenen Besprechungstermin bei Prof. Koryphäe. Er ist genauso zufrieden mit meinen Ergebnissen wie ich. 🙂
Sehr zu meiner Zufriedenheit hat er sich gegen ein Knochenszintigramm zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen. Knochenmetastasen sprechen von allen Sorten am ehesten auf eine antihormonelle Behandlung an. Da die anderen Metastasen ansprechen, tut meine Knochenmetastase das erst recht. Also brauchen wir erstmal kein neues Szintigramm, zumal ich beschwerdefrei bin.
Von allen Untersuchungen ist mir das Knochenszintigramm am unheimlichsten. Es ist einfach ein saudoofes Gefühl, wenn die Spritze, die man gleich kriegen soll, in einem Bleibehälter gegen die Strahlung kommt.

Neben den üblichen Nebenwirkungen wie die Schlafprobleme habe ich auch die Gewichtszunahme angesprochen: ungefähr 4 Kilo in den fünf Monaten. Abgesehen von den Heißhungerattacken durch die Medikation habe ich mir den Rest vermutlich selbst zuzuschreiben, da ich ein Streßesser bin. Und wenn eine Metastasierung keinen psychischen Stress macht, dann weiß ich auch nicht, was 😦
Bisher war ich der Meinung, 4 Kilogramm wären ja nicht so dramatisch. Nur war ich vorher auch nicht gerade ein Strich in der Landschaft, und mein BMI klettert also weiter. Jetzt bin ich bei etwas über 28. Schlank ist was anderes, aber so schlimm ist’s dann doch nicht.

Prof. Koryphäe erzählte mir jetzt aber, dass es Studien gäbe, dass ab einem BMI von 28-29 die Metastasierungsrate steigen würde. Darunter würde es keinen großen Unterschied machen, drüber aber ist es deutlich. Da habe ich ja schon etwas geschluckt, denn an dieser Grenze befinde ich mich gerade.

Letzendlich hat es mich aber nur in dem bestärkt, was ich ohnehin schon im Hinterkopf hatte – die Gewichtszunahme einzudämmen. Erstmal den Trend stoppen, das ist realistisch, das kriege ich hin. Dann langsam wieder runter.

Und ich glaube, dass ich das schaffen kann. Denn der große Druck ist erstmal wieder fort. Die Therapie spricht super an und mir geht es sehr gut dabei. Zeit also, sich diesen unleidlichen Gewohnheiten zu widmen und sich wieder etwas im Essen zu zügeln.

Und, wie komisch, ich freue mich schon, im Sommer wieder in meine Hosen zu passen 😀