Überholspur

Die Zeit rennt. Ich habe so viel um die Ohren, dass mir die Tage und Wochen unter den Fingern zerrinnen. Nicht (nur) mit unangenehmen Dingen, aber es ist doch reichlich voll derzeit in meinem Leben. Das ganze Organisieren mit dem Jobwechsel, Freunde treffen, Gartenarbeit, Familienfeste … und schon steht das nächste Staging vor der Tür.

Nur noch gut vier Wochen – und mir flattern schon wieder die Nerven – glücklicherweise (noch nicht) dauerhaft.

Wo ist die Zeit geblieben? Ich möchte gerne von der Überholspur runter, aber es klappt nicht recht. Möchte entspannen und bin doch ständig unter Strom. Komme abends nicht ins Bett, morgens nicht raus. Immerhin schlafe ich dazwischen wieder leidlich gut.
Zu viel, zu voll … meine Ohren summen schon wieder laut vernehmlich, mein Gewicht geht hoch, weil ich ein Stressesser bin. Nicht gut. Aber noch habe ich nicht den Bremshebel gefunden.

Ich tue jetzt das einzige, was hilft: Ich gehe laufen.

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Unruhe

Selten hat mich etwas so beschäftigt wie dieses Bewerbungsverfahren. Wieder und wieder spuken Situationen durch meinen Kopf, vergangene und mögliche zukünftige, und ich komme nicht richtig zur Ruhe. Ich war so darauf gepolt gewesen, dass sich das bald entscheidet … und nun zieht es sich wie ein Kaugummi.
Das tut mir nicht gut, ich bin unruhig und kann gerade wieder nicht abends nicht einschlafen. Komme morgens nicht raus und bin leichter reizbar. Doof.

Und das Ganze setzt mich als Bewerber, sollten sie mich wirklich nehmen, sehr unter Druck. Wer so sorgfältig ausgesucht wurde, darf nicht versagen. Ich führe jetzt schon im Geiste Gespräche, sollte das alles rauskommen. Erst letztens ist jemand, den ich über das Netz kenne, in der Probezeit wieder gekündigt worden, weil eine Krankheit verschwiegen wurde. 😦

Ich muss mich sehr am Riemen reißen, nicht zu kneifen. Ich will diesen Job und gleichzeitig habe ich Angst, dass ich damit gegen die Wand fahre. Vielleicht wäre es besser, wenn … Nein, wäre es nicht! Basta.

Ich hoffe nur, dass dieses Elend nächste Woche ein Ende hat. So oder so.

Achterbahn

Bis gestern war alles gut. Da habe ich mehr an das Gespräch nächste Woche gedacht als an das Staging. Abends kippte das, und plötzlich war nichts anderes mehr wichtig als die Untersuchungen nächste Woche. Da lag ich im Bett herum, konnte nicht schlafen und die Gedanken kreisten.

Und heute morgen war sie dann endgültig angekommen, die Angst, die tief im Bauch sitzt und so viel Energie kostet. Die einfach alle Motivation erdrückt, die das Arbeiten beinahe unmöglich macht. Angst, die dunkel und schwer in mir liegt und mich runterzieht.
Da kann der Kopf noch so häufig sagen „warte ab, hast doch keinen Grund, nervös zu sein“. Aber er kommt gegen den Bauch nicht an.

Meine Psychologin heute konnte sich das nur anhören, nickte zu meinen Plänen für das Wochenende. Auch wenn sie nichts Neues beitragen konnte, hinterher fühlte ich mich trotzdem besser, wie auch immer sie das geschafft hat.

Aber das war vorhin …

Und so gilt es, das Wochenende zu überstehen, bis ich Montag Morgen zum CT gehen kann. Lieber Besuch kommt am Wochenende, Laufen will ich und noch mal ins Studio. Die Zeit wird rumgehen, so wie immer. Aber es ist ein totes Wochenende, irgendwie, denn die Angst ist immer mit dabei.

Diese Woche …

… hatte es in sich.

Der Marathon ging geschlagene 4 Stunden (statt der anvisierten 3) und am Ende hatte ich Probleme, dem letzten Gesprächspartner uneingeschränkt zu folgen. Da war dann einfach Ende meiner Konzentration.

Wie ist es gelaufen? Keine Ahnung. Hinterher hatte ich ein ganz gutes Gefühl, ich glaube, ich habe mich ganz gut präsentiert. Von der Qualifikation her passe ich perfekt. Je länger das allerdings her ist, desto mehr Sachen fallen mir ein, die ich in diesen 4 Stunden gesagt habe, die man negativ auslegen könnte. Nicht, dass ich mich an alles erinnern würde, was ich so gesagt habe.

Egal. Entweder es passt oder es passt nicht. Jetzt heißt es Warten auf die zweite Runde – oder die Absage. Falls es zur nächsten Runde kommt, hoffe ich inständig, dass das nicht in die Nähe des nächsten Stagings fällt. Ich wüsste nicht, wie ich das wuppen soll 😦
Und so lange versuche ich auch, die Gedanken in Zaum zu halten, dass ich eine Mogelpackung bin. Das beschäftigt mich doch sehr. Ich komme aber immer wieder zu dem gleichen Ergebnis – wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte der Krebs schon gewonnen, weil ich nicht mehr an eine Zukunft glauben würde.

Meine Nasennebenhöhle (und leider auch der Rest von mir) wird inzwischen mit einem Antibiotikum bombardiert. Also weiter kein Sport, und ich versuche mich mit Spaziergängen und Walken über Wasser zu halten. Wirken tut das AB, das merke ich, leider schlagen aber auch die Nebenwirkungen voll durch (Durchfall, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit). Ich wusste schon, warum ich das erst nach dem Bewerbungsgespräch angefangen habe.

Noch so eine Woche brauche ich wirklich nicht …

Oberkante Unterlippe

Ich komme derzeit kaum zum Nachdenken, und das ist nicht gut. Normalerweise läuft die Denkmaschine beim Joggen auf Hochtouren, kann ich auch mal Gedanken abschließen, und der Problempegel sinkt etwas. Aber ich habe derzeit die Empfehlung lieber nicht zu joggen, da meine Nasennebenhöhlen noch immer mit dem Urlaubsbakterium kämpfen (seit mittlerweile 6 Wochen). Daraus resultierende Kopfschmerzen (ja, von der Nase, Jenneke, das hat nix mit Krebs zu tun) und Zahnentzündung, latentes Krankheitsgefühl. Immerhin schlafe ich gut …
Devise ist jetzt, es ruhig anzugehen, und da zählt eine Stunde Puls 168 beim Joggen nicht dazu. Ausgerechnet jetzt 😦

Das fehlt, ich bin heute einfach so raus gegangen, musste mal ein wenig Strecke machen, wenn auch gehender Weise. Denn ich will nicht, dass der Stand zu Unterkante Oberlippe wird, und alles überläuft …
Es sind derzeit so viele Baustellen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch (mit allen dran hängenden Ängsten, Zweifeln und Bedenken), Treffen mit einer lieben Freundin (die gerade wegen Burnout aus der Klinik kam), meinem Mann geht es derzeit auch nicht so wirklich gut, mein eigenes Hadern mit der Psychologie (meiner und der meiner Psychologin), dringend fälliger Gartenarbeit, und dem Gefühl, dauernd keine Zeit zu haben.

Aber ein Gutes hat es: in drei Wochen ist das nächste Staging, und ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken …

grübel, grübel …

Vier Tage frei, und ich habe das Gefühl, es ist nötig. Nur gut vier Wochen nach dem Urlaub. Irgendwie gibt mir das zu denken. So viele Stunden gearbeitet habe ich nicht, zwischen 40 und 43 pro Woche. Früher hat mir das nix ausgemacht. Wieso jetzt? Kann ich nix mehr ab? Die Krankheit schlägt jetzt doch zu, keine Belastbarkeit mehr?

Letztes Jahr war sehr entspanntes Arbeiten angesagt (es war einfach nicht so viel zu tun). Jetzt ist die normale Quote wieder erreicht, übermäßig viel ist es nicht. Hatte schon mehr. Meinen Kollegen geht es vielfach ähnlich – Anpassungsstörung an die normale Arbeitsbelastung und Unzufriedenheit mit diesen schwammigen Aussagen der neuen Geschäftsleitung nach der Übernahme.

Also bin gar nicht ich das unbedingt? Vielleicht ist es gar nicht die Menge der Arbeit, vielleicht ist es das ganze Umfeld? Warum sonst schreibe ich Bewerbungen? Meine eine Kollegin meinte, ich wäre nicht mehr gefordert. Huch, genaues Gegenteil von „zu viel Arbeit“ … Also was jetzt?

Wie auch immer – ich habe nicht übermäßig viel gearbeitet, und trotzdem habe ich dieses „keine Zeit“-Gefühl, obwohl das definitiv nicht stimmt. Ich nehme mir viel Zeit für mich (morgens vor dem Arbeiten, abends noch der Sport). Es liegt wohl eher daran, dass ich so viele Dinge gerne tue, zu denen ich letztes Jahr gut Zeit hatte. Der ganze Sport kam dazu. Jetzt geht nicht mehr alles, versuche ich aber trotzdem … Freizeitstress. Wäre ja nicht schlimm, wenn ich es als positiv empfinden würde. Tue ich aber nicht.

Ich mag das nicht, diese latente Unzufriedenheit, wenn ich nicht recht festmachen kann, woher sie kommt. Arbeit? Freizeitgestaltung? Oder doch der Krebs? Unklar. Und dann kann ich das auch nicht abstellen. Aber es hilft nix, weiter Grübeln bis ich dahinter gekommen bin. 😉

Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf die freien Tage! Ich wünsche Euch ein entspanntes Osterfest, viel Lachen und einen Haufen bunte Eier!

383

Heute ist ein ganz besonderes Datum, heute vor einem Jahr habe ich mich erstmals auf die Piste gewagt und habe das Joggen angefangen. Seit dem habe ich 383 Kilometer laufend zurückgelegt, Wahnsinn! Am Anfang noch mit Gehpausen, aber die sind ja Teil des Trainings gewesen. Wenn ich mein Walking zur und von der Laufstrecke mitrechne, komme ich sogar auf 564 zurückgelegte Kilometer. 😀

Ich bin sehr froh, dass ich von Anfang an ein Lauftagebuch geführt habe. Da wird mir wieder sehr klar, wie viel ich im letzten Jahr geschafft habe. Und schön zu sehen, wie sich das Laufen zum „ich will raus“ entwickelt hat.

Nach den 2 Minuten habe ich gedacht, ich breche zusammen.
[Lauf 1, 1x2min Joggen]

Mir taten schon die Waden weh, bevor ich die Laufstrecke erreicht habe.
[Lauf 5, 3x2min Joggen]

Die dritten 2min waren hart, hatte hinterher Luftnot.
[Lauf 7, 3x2min Joggen]

Obwohl es nur zwei Minuten länger Laufen ist, ist das echt was anderes. Jetzt zittern mir die Knie.
[Lauf 12, 6x3min Joggen]

Es nieselte, aber das war egal, die Luft war gut. Ich war schon ganz maulig, weil es erst so aussah, als ob ich nicht raus könnte.
[Lauf 21, 4x6min Joggen]

Juchu!!!!! Geschafft! 30min am Stück gelaufen. Sehr cool, dass das geht. Ich bin happy!
[Lauf 31, 30min Joggen]

War unsicher, ob ich heute laufen sollte, mein Puls war die ganze Zeit schon so hoch. Aber ich wollte, die ersten 6km. Und geschafft! Bin stolz 🙂
[Lauf 54, 6km, 61min Joggen]

Wenn mir das vor einem Jahr einer erzählt hätte, dem hätte ich einen Vogel gezeigt.
Auch heute (Lauf 88) bin ich wieder 61 Minuten gelaufen, habe dabei aber fast 7km geschafft. Sehr cool. Nie hätte ich das geglaubt, dass ich das in meinem Alter noch lernen kann. Und noch erstaunlicher – dass es mir auch noch Spaß macht 😀

Projekt 10

Nach dem Urlaub war ich ein paar Mal laufen, und immer kam es mir so vor, als wäre ich viel zu schnell wieder zuhause. Nicht, dass ich besonders schnell gelaufen wäre, oder dass ich noch so viel weiter gekonnt hätte. Aber ich hatte das Gefühl, ich würde gerne noch.

Den ganzen Winter hatte ich überlegt, was ich denn mit dem Laufen will. Spaß, ja klar, aber wie? Schneller oder weiter? Auch wenn die 10 Kilometer schon auf der „Wünsche für 2012“ standen, so ganz klar war mir das noch nicht.

Nach meiner Urlaubspause war es nun ganz klar. Nicht schneller aber weiter. 😀 Und da mit ist das Ziel für 2012:

10 Kilometer Joggen

Ups and downs

Die übliche „nach Urlaubs“-Depression ist einigermaßen sanft ausgefallen, vielleicht weil ich das Tief schon im Urlaub hatte. Derzeit laufen die aktuellen Bilder als Bildschirmschoner, und manchmal sitze ich nur vor meinem Rechner und sehe ihm lächelnd zu, wie er seinen Bildschirm schont 🙂

Nachdem ich kurz vor dem Urlaub eine Zusage für ein Vorstellungsgespräch hatte, hat sich das jetzt nach dem Urlaub wieder zerschlagen. Sie haben im Februar schon etliche Bewerber angesehen, ich war naturgemäß die letzte, weil ich ja nicht da war. Nur war jetzt schon der „Traumkanditat“ dabei, sodass sie mich jetzt nicht mehr interviewen. Die Enttäuschung hielt sich etwa eine Stunde, dann war ich erleichtert, dass das jetzt erstmal nicht in der nächsten Woche auf mich zukommt. Ich bin weiter im Pool, weiter sehr interessant (wie man mir versicherte) und ich weiter interessiert. Mal sehen, ob später was dabei heraus kommt.
Aber … da sind noch 2,5 weitere Eisen in diversen Feuern … 😉

Heute habe ich mich dann nach dem Urlaub mal wieder auf die Waage getraut: 3 Kilo weniger als bei der letzten Messung Mitte Januar! Wenn sich das so hält, dann habe ich mein Gewicht vom Anfang der AHT fast wieder.
Eigentlich sollte mich das freuen, aber es macht mich misstrauisch. Was, wenn das jetzt nicht von der Bewegung kommt? Gut sechs Wochen und 3 Kilo? Da gehen bei mir schon wieder die Alarmglocken an, dass es mit meinem Krebs zu tun hat. Die nächste Nachsorge ist geplant im Mai, und bis dahin werde ich das beobachten (müssen). Aber irgendwie habe ich den Drang, wieder mehr zu essen, nur um mir zu beweisen, dass ich zunehmen kann. Blöd, blöd, blöd …

Nächste Woche bin ich wieder bei der Psychologin. Und ich bin unwillig, weil ich Angst habe, dass mir das Gespräch meine gute Laune versaut. Ich habe gerade keine Lust auf „Graben in der Tiefe meiner Seele“, um etwas aufzuarbeiten, was mir gerade keine Probleme macht. Aber es ist ja absehbar, dass das wieder kommt (Staging im Mai …). Verdrängungstaktik.

Im Urlaub habe ich das Joggen nicht vermisst, vielleicht weil wir so viel gelaufen sind. Wieder zuhause drängte es mich jetzt aber ins Sportstudio, denn auf das Gerätetraining habe ich schon richtig gefreut. Ich habe natürlich alle Gewichte runtergesetzt, bei vier Wochen Pause hätte ich den alten Stand nicht geschafft. Und auch so hatte ich leichten Muskelkater in der Brustmuskulatur, aber es war toll! 🙂

Und jetzt, wo ich ein paar Tage auf meinem Schreibtischstuhl gehockt habe, drängt es mich wieder raus. Ich gehe jetzt laufen 😀

fast unbemerkt

Ich hatte gestern Diskussionen mit meinem Mann über meine Hosen. Er war der Meinung, Hose A würde meinen Po unvorteilhaft aussehen lassen, Hose B gefiele ihm besser.
Ich allerdings hatte das Gefühl, Hose B wäre viel zu schlabberig, um gut auszusehen, ich mochte Hose A lieber.
Patt.

Aber das hat mir heute keine Ruhe gelassen und irgendwie gefielen mir dann beide Hosen nicht mehr. Zu groß, alle beide.

Das Wühlen im Schrank ergab dann folgendes Bild:
Hosen der Größe 44 hatten überwiegend zu viel Platz um meine Hüften, Hosen der Größe 42 dagegen passten (fast) alle (wieder).

Seit letztem Jahr Mai (meinem Spitzengewicht) sind es jetzt nur gut zwei Kilos weniger auf der Waage, aber der viele Sport scheint sich doch ausgezahlt zu haben. Fast unbemerkt von meiner Seite hat sich offenbar einiges verändert. Und jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass die Trekkinghosen auch passen 😉

*Big grin*

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