Staging 12/2012 – CT Becken

Ich war eigentlich recht gut drauf, das MRT am Morgen hat mich nicht wirklich gekratzt nervositätstechnisch, den Befund gibt es dann morgen oder übermorgen.

Vor dem CT-Becken mittags sah es schon anders aus. Es war leider nicht der Arzt wie zuvor (und damit auch nicht der, mit dem mein Professor Koryphäe vorher gesprochen hatte), aber ich hatte den Biopsiebefund mit und habe dann lang und breit alles erklärt. Das CT ging schnell, aber dann hat es aber fast 45 Minuten gedauert, ehe ich zur Besprechung rein gerufen wurde. Das hat wieder unglaublich an meinen Nerven gezerrt.

Das Ergebnis jedoch ist gut: Die Bilder von August und jetzt sind identisch. Kein Anhalt dafür, dass ich da etwas getan hat.

Allerdings meinte der Arzt auch, dass das alles nicht wirklich metastasentypisch aussehen würde, was er da sieht. Zum Teil schon, zum Teil nicht. Ob ich Schmerzen im Becken hätte? Nö, ich habe vieles, aber das nicht. Ist mir herzlich egal, was auch immer es ist, es ist alt und solange sich nichts tut, kratzt mich das nicht weiter. Ich habe dann ganz forsch gesagt – solange sich an den anderen Befunden nichts tut, würde ich das Becken nicht wieder ansehen. Er hat zugestimmt, aber letztendlich muss ich das mit Professor Koryphäe besprechen.

Puh. Jetzt fehlt noch der Befund vom MRT. Und solange ich den nicht habe, bleibt Unsicherheit (haha, guter Witz, die bleibt sowieso …).

PS: Meine Rippen tun immer noch weh, auch wenn es jetzt langsam besser wird. Ich hoffe, dass ich dann nach Weihnachten wieder laufen kann. Endlich!

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Biopsie-Befund

Als der Brief heute im Postkasten lag, hämmerte mein Herz wieder, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Was, wenn da jetzt doch was anderes drin steht als was Professor Koryphäe mir gesagt hatte?

Aber das Lesen hat bestätigt, was er mir berichtet hat. Es ist ein langer Befundbrief,  aber dieser Satz ist für mich der entscheidende:

Damit ist keinesfalls von einem Neu-Auftreten auszugehen.

Ich glaube, ich habe eine geschlagene halbe Stunde gebraucht, ehe mein Puls wieder auf Norm war. Dann noch mal gelesen. Der Befund folgt der Argumentation, die schon mein Onkologe mir erzählt hat (soweit ich das am Freitag überhaupt mitbekommen habe).
Ein paar Aussagen fand ich aber nicht wirklich ganz klar, also habe ich das Ding noch mal gelesen und noch mal und dann der Radiologin (in Ermangelung meines Professors) eine Email geschrieben und sie gebeten, mich mal anzurufen, wenn Sie Zeit hat. Ich hatte auch gleich schon ein paar Fragen reingeschrieben, damit sie wusste, was auf sie zukommt 😉 (Mein Professor kennt das ja inzwischen, dass ich frage ohne Ende …)

Vor allem hat mich interessiert, was sie denn auf den alten Bildern des MRT gesehen hat, was der MRT-Befunder nicht gesehen hat. Als sie dann anrief, schnellte mein Puls wieder hoch, aber das hält mich ja nicht vom Fragen ab.
Das Problem mit meinen MRTs ist, dass sie auf das Abdomen abgestimmt sind, alles, was im Knochen dargestellt ist, ist ein Zufallsbefund. Ihr hat jetzt geholfen, dass sie vom Becken-CT wusste, wo sie suchen musste, und da hat sie dann tatsächlich auch was gesehen. Verglichen hat sie das letzte MRT mit 11.10.2011 und 24.01.2012 (die anderen waren leider nicht im online-System für sie einsehbar). Dort sieht sie keine Veränderung in der Größe der Läsion, die sie auch punktiert hat.
Alles zusammen, das hat sie noch mal klar gesagt, ergibt, dass es sich um alte Metastasen handelt. Sie sind schon verdichtet am Rand nach zwei Jahren Therapie mit Bisphosphonaten und innen nur inaktive Zellen (sie sagte, die Proben seien ziemlich matschig gewesen). Klar müsste man noch mal in ein paar Monaten schauen, aber sie an meiner Stelle würde das abhaken.

Gut, versuche ich. Aber das ist Stoff für einen anderen Artikel 😉

„Ich finde das nicht stimmig“

war das erste, was Professor Koryphäe zu mir sagte. „Das passt nicht zusammen.“

Als er das sagte, wusste ich schon, dass er meinen Sturz mögen würde. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, wie ich das Gespräch anfangen sollte, aber er hat es mir damit sehr einfach gemacht. Also sagte ich: „Ich habe da noch ein paar Informationen, die da vielleicht besser ins Bild passen.“
Dann habe ich erzählt, was mich stutzig gemacht hat (er ist auch über das „flächig“ gestolpert) und er sagte, der Sturz würde alles ganz zwanglos und vollständig erklären. Nicht so, wie ich es mir mit Hämatomen vorgestellt hatte, da das MRT so was nicht zeigt, sondern Ödeme, die sich bilden bei solchen Verletzungen. Aber das macht nichts. Uff.

Sein Standpunkt war eindeutig – die Art der Metastasierung, der Verlauf des Progresses, der aus dem Befund hervorgeht – das passt einfach nicht. Er hat schon viel gesehen, so was noch nicht. Nirgendwo sonst in meinem Körper gibt es Hinweise darauf. Er sagte, bei so massivem Befall, wie er da beschrieben ist, würde man das im Blut sehen, nicht unbedingt im Tumormarker sondern in der Alkalischen Phosphatase (da sie Zellabbau anzeigt). Aber da ist alles gut.

Aber abklären tun wir das natürlich trotzdem, dafür ist der Befund zu schwerwiegend, um es nicht zu tun. Deswegen gibt es nächste Woche einen Termin für ein Becken-CT. Wenn da die Knochen gut aussehen (abgesehen von einer Haarrissfraktur, die er erwartet nach meinen Beschwerden), dann haken wir den MRT-Befund ab als Falschaussage.

Daran halte ich mich jetzt fest. Der Mann hat viel gesehen, er kennt sich aus. Aber so richtig weggehen wird mein Zittern erst, wenn das CT gelaufen ist. Wenn das gut aussieht. Und selbst dann wird dieser Schock so schnell nicht weggehen.

Gestern, mit dem Befund in der Hand, hätte ich das nicht für möglich gehalten, dass das alles so eine Wendung nimmt.

Ich gehe jetzt joggen, das Adrenalin loswerden …