Nach der Verzweiflung …

… kommt der Trotz.

So ging es mir heute morgen, und das nicht zum ersten Mal in der letzten Zeit. Es ist zu viel, alles zu viel, mein Leben zerrt an allen Ecken und Enden an mir. Und wenn es über mir zusammenschlägt, hocke ich heulend vor dem Dienstrechner und frage mich, wie ich das alles hinkriegen soll.

Heute Morgen war es die Planung der nächsten Stagings, die mich aus der Bahn geworfen hat. Montag bin ich wieder dran, die letzte Woche vor dem Urlaub. Es war einen bekloppte Idee, das in die Woche zu legen (der Studienplan sah es so vor). Es ist (sehr, sehr) viel zu tun in so einer Zeit vor Projektstart. Dass ich Urlaub habe, ist schon schwierig genug für’s Team, die letzte Woche davor ist immer extrem voll. Dass ich nächste Woche die ganzen langen Arzttermine habe, macht es nur noch schwieriger. Es bringt mich in Erklärungsnot. Auch wenn ich mir das vielleicht nur einbilde, es ist einfach Mist. Aber da muss ich nun durch 😦

Und heute morgen sehe ich, dass mir der Studienplan vorsieht, dass ich auch vor dem nächsten Urlaub im Februar wieder hin muss. Mitte Oktober, dann Ende Januar. Und das war echt zu viel. Ich hatte mich so sehr dran festgehalten, dass ich vor dem großen Urlaub nur noch zwei Mal zum Staging muss. Das klingt machbar. Und jetzt sollten es drei sein? Ende meiner Belastungsfähigkeit. Heulend herumsitzen und denken „ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht“.

Und ich werde nicht, die Erkenntnis kam heute Abend beim Laufen. Ich habe genug in meinem Leben, das mich bestimmt. Ich fühle mich ausgeliefert, der Krankheit, den Erwartungen (meinen und denen anderer), meinem Job und auch dieser Studienplanung. Sie sieht vor, dass ich in diesem Stadium der Studie alle 15 Wochen zum Staging gehen soll. Ein paar Mal schon habe ich Prof. Koryphäe gefragt, ob er diesen Rhythmus auch ohne Studie würde haben wollen, und er hat gesagt, alles andere wäre zu gefährlich.

Ich habe nicht vor, die Nachsorge aus Trotz schleifen zu lassen. Ich werde es regelmäßig machen, drei Mal im Jahr, aber wenn es mir passt. Mein Leben ist stressig genug, und gerade die Stagings, da brauche ich die zusätzliche Belastung nicht auch noch wegen schlechtem Zeitpunkt. Also Anfang November, dann Mitte März. Basta.
Ich stehe nach wie vor hinter der Studie, aber in diesem Fall muss meine Lebensqualität Vorrang haben.

Ich plane voraus in der Hoffnung, dass es überhaupt nötig ist. Dass nächste Woche alles gut geht. Dass der Rhythmus so bleibt. Es gibt keine Hinweise, dass es nicht so sein wird, und doch sitzt mir die Angst im Nacken (und lässt mich alle anderen Belastungen um so mehr spüren). Mein Ziel ist, mich nicht verrückt zu machen (jedenfalls nicht mehr als ich schon bin). Wenn der Krebs wieder wachsen sollte, habe ich dann immer noch genug Zeit, mich darum zu kümmern.

Basta.

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Etwas läuft falsch …

… wenn der Tag mit dem Gedanken anfängt: „Mist, schon sechs Uhr.“

Balance

Ich hatte mir ja vorgenommen, mich nicht mehr so rar zu machen, aber es gelingt mir nicht. Mein Leben ist voll, viel zu voll im Augenblick. Vieles fällt hinten runter, auch der Blog. Leider. Immerhin schaffe ich es noch, bei Euch allen mitzulesen, aber Kommentieren ist schon wieder nicht drin 😦

Zwei Wochen lang hatte ich eine Doppelbelastung, weil ich ein Praktikum machen durfte. Das hat mir gefallen, war sehr interessant, aber leider hatte meine Kollegin Urlaub, so dass ich die Dinge am Laufen halten musste. Morgens also ein Stündchen im Dienstrechner, dann Praktikum bis nachmittags, dann abends wieder Dienstrechner, wenn etwas Wichtiges reingekommen war. Und drei, vier Stunden am Wochenende, damit der Berg nicht zu groß wird.
Ging alles, aber ich war doch ziemlich unzufrieden. So viel ging nicht voran, weder im Job noch sonst. Das Ganze hat mich gestresst, schon nach zwei Wochen! Das hat mich mächtig erschreckt. Wie soll das das dann erst im September werden, wenn das Projekt richtig startet? Da werde ich so richtig, richtig viel zu tun haben!

Es war Thema bei meiner letzten Psychositzung bei Frau O, und wir haben versucht, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Teil meiner Unausgeglichenheit war nicht die Menge an Arbeit (ich mag meine Arbeit!) sondern das Verhältnis von Arbeit zu Ausgleichsaktivitäten. Die kamen zu kurz. Wir haben also darüber gesprochen, was wichtig ist, wo das Gefühl liegt. Klar geworden sind mir dabei folgende Dinge:

  • Wenn wenig Zeit ist, sollte ich auf die Dinge fokussieren, die mir wichtig sind: Zeit mit meinem Mann, Sport (über das Thema Sport könnte ich zig Artikel schreiben gerade, aber das muss warten …).
  • Ich habe ein Problem damit, Dinge zurück zu stellen. Ich muss lernen, mir das zu erlauben. Beispiel? Wenn ich viel zu tun habe, ist es völlig OK, wenn die Urlaubsfotos liegen bleiben. (Klingt trivial, ärgert mich aber, wenn ich da nicht weiter komme. Das hat auch mit meinem „ich muss die Zeit sinnvoll nutzen“-Tick zu tun.)
  • Ich sehe einen Berg Arbeit auf mich zu kommen. Ausschau halten nach Delegationsmöglichkeiten. (Leider bin ich der Typ „ich mach das schnell selbst“.)
  • Nein sagen tut nicht weh.

Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis September, ich hoffe, bis dahin sehe ich ein paar Dinge klarer oder habe sie vielleicht schon umgesetzt …

Dauergrinsen

Beim letzten Mal war es ein ziemlicher Akt. Ich habe gehadert und gezweifelt. Wir haben lange überlegt, jeder von uns beiden mit unterschiedlichen Gedanken. Der Entschluss war schwierig, aber er ist gefallen, und es war wunderbar!

Dieses Mal war es leichter. Wir wollten vielleicht zu viert fahren, das hatte sich schon im Januar zerschlagen, aber wir zwei wollten trotzdem. Das andere Ende der Welt hat uns einfach gefangen genommen 🙂 Als sich die Gelegenheit ergab, habe ich schon mal meine „alle 28 Tage zum Arzt müssen“ so verschoben, dass sie in den anvisierten Zeitraum passen. Ich habe alle Gedanken an „bis dahin muss ich noch zwei Stagings überstehen“ aus meinem Kopf verbannt.

Wir haben gebucht 😀

(Und als nächstes müssen wir jetzt den Sommerurlaub planen, der kommt ja schließlich noch vorher 😉 )

Jenneke-Update

Ich bin natürlich zu den beiden Psycho-Terminen gegangen, auch wenn ich meine Ruhe wollte. Aber dann (hier) hinterher darüber zu schreiben, das war dann schon wieder zu viel …

Mein Antrag auf Psychotherapie wurde von der Krankenkasse anstandslos bewilligt. 25 Termine.
So ein Antrag braucht eine Konsiliarmeinung, die habe ich in diesem Fall von Professor Koryphäe bekommen. Geschrieben hat er:

Erschöpfungssyndrom mit Unruhezuständen bei metastasiertem Mammakarzinom. Unter endokriner Therapie bisher stabile Situation.

Recht hat er. Gefreut habe ich mich über das „stabile Situation“ (das hatte er geschrieben, bevor das wirklich klar war nach dem MRT-Befund von April), traurig macht mich das „bisher“. Natürlich weiß ich, dass die Therapie nicht ewig „halten“ wird und das ist auch keine Wertung, wie lange das noch dauert. Und doch ist das ätzend, es so zu lesen … Heilung nicht mehr möglich.

Wider Erwarten (wegen meiner Unwilligkeit) war der Termin bei Frau O. recht angenehm, da wir auf das fokussiert haben, was bei mir gut funktioniert an Bewältigungsstrategien. Hinterher hatte ich einen seltsamen Gefühlsmischmasch von „ich bin toll, ich kann ganz viel“ und „was tue ich dann hier eigentlich“. Ich bin gespannt, wie es da weiter geht.

Meine alte Psychologin, bei der ich einen Tag später war, schien ehrlich traurig, mich jetzt nicht wiederzusehen. Wir haben noch einmal gut gesprochen, und sie freut sich, dass ich weitermache. Eines hat sie mir noch ans Herz gelegt – wir sollen doch bitte am schlechten Gewissen gegenüber der neuen Firma arbeiten, das sieht sie immer noch als starken Punkt an, der mich belastet. Und einer, den man ändern kann.
Mal sehen.

Und sonst? Ich arbeite viel, unser Projekt hebt bald ab 🙂 Ich bin viel im Garten, kämpfe immer noch an der Front „Ausdauersport finden“ und komme mit so vielen Dingen, die ich eigentlich machen möchte, nicht voran. Aber im Augenblick stört es mich nicht so. Es läuft manches im Hintergrund, was mir bald viel Freude machen wird (verrate ich, wenn es spruchreif ist).

Es geht mir gut, und das darf gerne so bleiben 😀

So bald …

Ich wollte das nächste Staging nach der Urlaubsreise machen, aber noch im Urlaub, also Mitte Juli. Dann hätte ich endlich mal nicht das Problem, dass ich nach so einem Termin noch arbeiten muss, und die Reise würde mich sicher ablenken … Leider hat mir die Röntgenpraxis einen Strich durch die Rechnung gemacht, die sind in Urlaub. Und damit hatte ich (mal wieder) die Wahl zwischen Pest und Cholera – Anfang Juli vor dem Urlaub oder dann erst Mitte August (was auch nach dem Studienplan zu spät ist). Beides ist für meinen Job nicht optimal (und damit auch nicht für mich …)

Also Anfang Juli. So bald schon …

Gerade mal 10 Wochen Ruhe vor dem ganzen Sch…, ehe es wieder losgeht. Stimmt natürlich nicht, es sind drei Monate nach dem letzten Staging. Aber zwei Wochen sind mir in meiner „Zwischen-Staging-Entspannungsphase“ durch das unklare Ergebnis abhanden gekommen.

10 Wochen. So bald schon …

Nur so kurz, um wieder zu Atem zu kommen, um wieder Kraft zu sammeln für die nächste Runde. So sehe ich das mittlerweile, wie ein Boxkampf. *Gong* Wieder in den Ring, Jenneke! Zu kaputt? Egal, keine Wahl …

Die Termine stehen seit letzter Woche, aber ich habe mich sogar davor gedrückt diesen Artikel zu schreiben, weil ich einfach die Schnauze voll hatte und von Krebs und Terminen nichts mehr wissen wollte. Organisieren und dann vergessen. Fertig.

Leider wird das nicht funktionieren … Nächste Woche habe ich zwei Psych-Termine, einen letzten bei meiner alten Psychologin und den nächsten bei meiner neuen, Frau O. Ich weiß, es ist sinnvoll, das zu machen, aber im Augenblick möchte ich einfach meine Ruhe haben 😕

Aufatmen

… und sich dann doch wundern.

Ich hatte heute morgen in der Praxis von Professor Koryphäe angerufen und kriegte einen langen Sermon zu hören, wie viel sie denn zu tun haben und immer die Sprechstunde überziehen und so weiter und so fort. Verstehe ich ja alles, sagte ich, aber ich hänge jetzt seit eineinhalb Wochen in der Luft, was jetzt los ist. Man konnte mir jedoch nicht versprechen, dass er die Zeit finden würde, mich anzurufen. Ich glaube, ich sagte dann so was wie „langsam gehe ich auf dem Zahnfleisch“.
Gelogen war das nicht. Die letzten Tage habe ich mich gut gehalten, allerdings kriegte ich gestern Abend wieder Probleme mit meinem Po, plötzlich tat der weh, als ob ich gelaufen wäre. War ich aber nicht, ich hatte nur den ganzen Tag (inklusive Zugfahrt nach Hause) drauf gesessen. Wieso ist das plötzlich ein Problem? Das brachte mich dann doch wieder ins Grübeln, und ich hatte das starke Gefühl, ich mache mir was vor, wenn ich glaube, da sei nix … Heute morgen jedenfalls ging’s mir nicht so richtig gut 😦

Zwei Stunden später rief der Professor mich an. Die Ärztin, welche im August 2012 die Stanze vom Becken gemacht hatte, hat sich alles noch mal angesehen. Sie sieht da keine Veränderung. Puh, also wieder falscher Alarm. 🙂

Professor Koryphäe entschuldigte sich dann, er hatte mit der Ärztin gesprochen, war ja alles gut, und dann ist ihm durchgerutscht, mich anzurufen. Öhm. Immerhin war er ehrlich, das rechne ich ihm an, dass er keine Ausflüchte machte, sonst hätte er bei meinem Vertrauen mehr Schaden angerichtet. Er sagte dann noch, wenn Handlungsbedarf gewesen wäre, hätte er das ganz sicher nicht verschwitzt. Und ehrlich gesagt, dieser Gedanke war mir auch schon gekommen. Wäre es dringend gewesen, hätte er sich sofort gemeldet.

Also bleibt alles wie es ist. Arbeitshypthese für’s erste bestätigt! 😀

Ich frage mich allerdings, wie ich noch jemals einem MRT-Befund was glauben soll. Einer sieht was, einer sieht nichts. Was nun? Ich war mal der Meinung, Medizin ist eine Wissenschaft, aber offenbar kann man das so oder so betrachten. 😕
Ich habe Professor Koryphäe dann noch gefragt, ob man da in der Praxis, wo die MRTs entstehen, nicht was machen könne? Zum einen bringt mich das immer in Aufruhr, und er hatte schließlich damit auch Arbeit. Er wird jetzt also mit der einen Inhaberin sprechen, vielleicht kann man arrangieren, dass zumindest der gleiche Befunder da drauf guckt auf meine MRTs. Gute Idee, sagte er (und ich fragte mich, ob er wirklich so überarbeitet ist gerade, dass er da selbst nicht drauf gekommen ist).

Jetzt also runterkommen. Das nächste Staging planen (vor oder nach dem Urlaub?) und dann nicht mehr dran denken, bis es wieder so weit ist. Naja, einen Versuch ist es wert …

Trotz und Ärger

Niemand hat sich bei mir gemeldet am Donnerstag 😦

Es kann immer sein, dass so ein enger Zeitplan nicht klappt. Professor Koryphäe ist da abhängig von der anderen Ärztin, und wenn es bei ihr nicht möglich ist, sich das zeitnah anzusehen, kann er mir auch nichts sagen. Aber dann hätte er bitte wenigstens Bescheid geben sollen / Bescheid geben lassen, dass wir noch länger warten müssen. So habe ich den ganzen Donnerstag, bis abends, wie auf heißen Kohlen gesessen. Zeitweise war ich wie gelähmt, habe das Telefon angestarrt, mich selbst angerufen, um sicherzustellen, dass es auch wirklich funktioniert. Dann wieder ging es ganz gut, und ich konnte auch arbeiten. Aber schön war das nicht …
Freitag war es besser. Ich habe zwar immer noch mein Handy die ganze Zeit mit mir herum getragen, aber ich habe nicht mehr damit gerechnet von ihm zu hören. Ich wusste schließlich, dass er selbst unterwegs ist. Dass er da rumtelefoniert, hielt ich eher für unwahrscheinlich.

Also habe ich Freitag Nachmittag mit der Praxis telefoniert, auch wenn wusste dass Professor Koryphäe nicht da ist. Es war nichts eingetragen in meiner Akte, keine Konsultation, keine Erkenntnisse. Immerhin haben sie mir dann die Blutwerte gefaxt, die sehen aus wie immer (also bis auf einen Leberwert unauffällig – und das kommt vom Faslodex). Leider war der Tumormarker nicht dabei, obwohl es eine Studienuntersuchung gewesen ist, schade (und seltsam, das hat sonst immer geklappt).
Die Sprechstundenhilfe war sehr nett, konnte mir aber auch nicht helfen. Sie hat ihm jetzt also einen Erinnerungszettel hingelegt, doch den sieht er nicht vor Montag. (Email klappt derzeit leider nicht, der Server spinnt. Hmm, Ausrede, weil sie die Adressen an Patienten nicht raus geben? Keine Ahnung.)

Montag. Ich bin auf Dienstreise Montag und Dienstag, und mein Kalender ist so voll mit Meetings, dass ich erst am 16 Uhr überhaupt eine Chance sehe, mit ihm zu telefonieren. Und dann stellt sich noch das Problem, dass da ja überall Leute rumspringen, vor denen ich nun wirklich nicht solche Gespräche führen will. Dienstag wird es noch schlimmer, und eigentlich rechne ich erst nächsten Mittwoch damit, dass ich mal in Ruhe mit meinem Professor sprechen kann.

Das nervt ohne Ende, aber es hat sich auch so etwas wie Trotz eingestellt. Mir geht es gut, soll mir doch einer erstmal das Gegenteil beweisen! Das funktioniert bisher erstaunlich gut, und ich hoffe, ich komme damit auch durch meine Dienstreise.

Und trotzdem hätte ich mir das alles anders gewünscht 😕

Klappe fällt

Ich habe gestern nicht viel geweint, es war nur eine einzige Sache, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Denn wie auch immer das da jetzt ausgeht – eines ist sicher: Das Thema Joggen hat einen Knacks weg bekommen.

Seit ich Anfang März diesen wundervollen, entspannten, tollen 6km-Lauf gemacht habe, der mir das Iliosakralgelenk so gereizt hat, hatte ich mit dem Laufen Probleme. Ich war nicht mehr locker, ich hatte bei jedem Lauf Angst, dass es wiederkommt. Und das kam es, nicht so heftig wie beim ersten Mal, aber ich habe es auch wieder gemerkt, als ich am CT-Tag gelaufen bin. Der Lauf am Dienstag hatte nichts Entspanntes, es war einfach nur ätzend (und natürlich hatte ich Mittwoch wieder Probleme …).

Ich war schon vor dem Staging bei der Osteopathin, der Artikel ist nie fertig geworden, und das wird er jetzt auch nicht werden. Sie sagte, mein Körper sei mit dieser krassen Veränderung (TRAM Flap 2002 = Umlegung eines Strangs der gerade Bauchmuskulatur zum Brustaufbau) sehr gut klar gekommen ist, viel von dem Defizit würde er auffangen. Aber das bleibt natürlich nicht ohne Folgen:

  • Durch die fehlende Muskulatur rechts ist links der Zug zu stark – meine Wirbelsäule knickt nach links.
  • Durch die fehlende Muskulatur kippt das Becken rechts leicht vor.
  • Dem Rückenmuskel (Iliocostalis) fehlt der Gegenspieler im Bauch, er hat das meiste Ungleichgewicht auszugleichen. Dieser Muskel läuft runter bis ins Becken zum Darm- und Kreuzbein (genau den beiden Knochen, zwischen denen sich das Iliosakralgelenk befindet).
  • Das gekippte Becken wird durch eine Gegendrehung des Oberkörpers ausgeglichen, was die gesamte Rückenmuskulatur auf Dauer nicht gut findet. Die Verspannung zieht sich dann hoch zu Schultern und Nacken. Das macht Kopfschmerzen (und manchmal auch blockierte Rippen …)

Und wahrscheinlich ist es genau diese Reizung am Kreuzbein, was mir jetzt mit dem MRT Probleme macht (das ist im Augenblick meine Arbeitshypothese bis mir jemand beweist, dass es wirklich Metastasen sind. Basta.).

Das Joggen hat mir so gut getan, und ich war so so so froh, dass ich was gefunden hatte, das mir Spaß macht und mir gut tut.

Aber das tut es nicht mehr. Es tut mir nicht mehr gut. Weder meinem Körper noch meiner Psyche. Und das bringt mich zum Weinen, auch jetzt wieder, weil ich mich jetzt gerade so verloren fühle. Als wir gestern noch unterwegs waren, hat mir jeder Jogger, den wir gesehen haben, feuchte Augen gemacht. Und ich kann es nicht mehr. Vielleicht geht es irgendwann körperlich wieder, aber der Knacks ist da. Es wird nie wieder so werden wie vorher.
Ich nicht weiß, wie ich das akzeptieren soll. Wie ich es schaffen soll, mich davon zu lösen (mein Hauptziel für dieses Jahr war, 10 km zu laufen). Wie ich es schaffen soll, so offen für andere Dinge zu werden, dass ich einen Ersatz finde. Dass ich mich bei was anderem so entspannen kann, dass mein Kopf mal frei wird.

Das Schwimmen ist der beste Kandidat. Ich bin eine Wasserratte, ich war früher im Schwimmverein. Meine Schultern und Arme sind muskulös, weil ich viel geschwommen bin damals und ich genieße es, das wieder zu tun. Wasser ist toll. Ich muss nur noch den Gedanken loswerden, dass Joggen toller ist. Und als Ausgleich für die frische Luft vielleicht Nordic Walking?

Willkommen im Alter 😦

Déjà-vu

Im Gespräch mit Professor Koryphäe saß ich wie in einer Zeitschleife. August 2012, ganz sicher, nicht April 2013.

Wieder spricht alles gegen einen Progress. Die aktuellen Blutwerte liegen zwar noch nicht vor, aber in den letzten Monaten war da keine Verschlechterung zu sehen. Alles OK, nur dieser Teil des Beckens nicht. Auch die Beschreibung fand er nicht besonders toll, sagt nichts aus. Und wieder das MRT, das Aussagen über den Knochen macht, obwohl es auf Bauchorgane getrimmt ist. Und wieder ein anderer Befunder des MRT. Und die Überlastung meines Iliosakralgelenks spricht für ein Ödem an der Stelle, das im MRT natürlich schön sichtbar ist.

Und doch kann man nicht ignorieren, dass sich da etwas vergrößert hat, was da nicht hingehört. Man kann nicht ausschließen, dass es nicht doch Metastasen sind. Muss abgeklärt werden, wir können es uns nicht leisten, das nicht zu tun.

😦

Der Plan ist nun, dass die Radiologin, die im August die Stanze gemacht hat, sich alles noch mal ansieht, was wir an Bildern seit dem haben. Eine unabhängige Meinung, sozusagen, die schon mit meinem Fall vertraut ist. Glücklicherweise hatte ich alle CDs mitgebraucht, aber das wird trotzdem etwas dauern. Professor Koryphäe hat mir versprochen, mich Donnerstag anzurufen. Dann sehen wir weiter.

Aber was soll sie schon sehen? Wenn es tatsächlich mit der Reizung des Iliosakralgelenks zu tun hat, dann wird sie das auch sehen, dass ich da was verändert hat. Und dann stehe ich genauso ratlos da, wie jetzt auch.
Prof. Koryphäe sprach von Umstellen der endokrinen Therapie, die man mit dem Befund gut begründen könnte. Ein Radiologe würde bei so einem Befund sofort nach Bestrahlung rufen …
Als ich ihm sagte, das beruhigt mich nicht gerade, was Sie mir alles erzählen, verzog er etwas das Gesicht. Das könne er auch nicht. Schön, dass er so ehrlich ist, aber nach dem ganzen Vorsatz bezüglich der Gesamtsituation fand ich das nicht so toll. Aber so ist es halt, die Möglichkeit ist da, dass es wirklich krebsbedingt ist.
Aber ehe da irgend etwas bestrahlt wird oder wir auf eine nebenwirkungsreichere andere Therapie umstellen, sollte man vielleicht noch mal ein CT vom Becken machen, um wirklich den Knochen anzusehen. Meine Meinung. (Und das von mir, die eigentlich mit ihm dieses Mal ernsthaft diskutieren wollte, die CT-Dichte und damit die Strahlungsbelastung zu senken. Schlechter Scherz.)

Immerhin konnte er mich bezüglich der gebrochenen Rippe beruhigen. Wenn sie ausgerenkt war bei der Dezember-Aufnahme, dann ist sie mit großer Wahrscheinlichkeit beim Einrenken gebrochen: feste Unterlage, jemand drückt auf einen Knochen, der eh schon unter Spannung steht. Leuchtet ein, das kann ich abhaken. Wenigstens etwas.

Mein Mann war sehr geknickt, der Rest der Familie ebenso. Und ich wandele gerade wieder durch dicken Nebel. Vorhin ist mir ein Satz meiner (ersten) Psychologin wieder eingefallen, den sie mir letzten August gesagt hat: „Es ist offen.“

Ja, es ist offen, nichts ist sicher. Ich werde versuchen, mich bis Donnerstag irgendwie abzulenken …

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