Nach der Verzweiflung …

… kommt der Trotz.

So ging es mir heute morgen, und das nicht zum ersten Mal in der letzten Zeit. Es ist zu viel, alles zu viel, mein Leben zerrt an allen Ecken und Enden an mir. Und wenn es über mir zusammenschlägt, hocke ich heulend vor dem Dienstrechner und frage mich, wie ich das alles hinkriegen soll.

Heute Morgen war es die Planung der nächsten Stagings, die mich aus der Bahn geworfen hat. Montag bin ich wieder dran, die letzte Woche vor dem Urlaub. Es war einen bekloppte Idee, das in die Woche zu legen (der Studienplan sah es so vor). Es ist (sehr, sehr) viel zu tun in so einer Zeit vor Projektstart. Dass ich Urlaub habe, ist schon schwierig genug für’s Team, die letzte Woche davor ist immer extrem voll. Dass ich nächste Woche die ganzen langen Arzttermine habe, macht es nur noch schwieriger. Es bringt mich in Erklärungsnot. Auch wenn ich mir das vielleicht nur einbilde, es ist einfach Mist. Aber da muss ich nun durch 😦

Und heute morgen sehe ich, dass mir der Studienplan vorsieht, dass ich auch vor dem nächsten Urlaub im Februar wieder hin muss. Mitte Oktober, dann Ende Januar. Und das war echt zu viel. Ich hatte mich so sehr dran festgehalten, dass ich vor dem großen Urlaub nur noch zwei Mal zum Staging muss. Das klingt machbar. Und jetzt sollten es drei sein? Ende meiner Belastungsfähigkeit. Heulend herumsitzen und denken „ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht“.

Und ich werde nicht, die Erkenntnis kam heute Abend beim Laufen. Ich habe genug in meinem Leben, das mich bestimmt. Ich fühle mich ausgeliefert, der Krankheit, den Erwartungen (meinen und denen anderer), meinem Job und auch dieser Studienplanung. Sie sieht vor, dass ich in diesem Stadium der Studie alle 15 Wochen zum Staging gehen soll. Ein paar Mal schon habe ich Prof. Koryphäe gefragt, ob er diesen Rhythmus auch ohne Studie würde haben wollen, und er hat gesagt, alles andere wäre zu gefährlich.

Ich habe nicht vor, die Nachsorge aus Trotz schleifen zu lassen. Ich werde es regelmäßig machen, drei Mal im Jahr, aber wenn es mir passt. Mein Leben ist stressig genug, und gerade die Stagings, da brauche ich die zusätzliche Belastung nicht auch noch wegen schlechtem Zeitpunkt. Also Anfang November, dann Mitte März. Basta.
Ich stehe nach wie vor hinter der Studie, aber in diesem Fall muss meine Lebensqualität Vorrang haben.

Ich plane voraus in der Hoffnung, dass es überhaupt nötig ist. Dass nächste Woche alles gut geht. Dass der Rhythmus so bleibt. Es gibt keine Hinweise, dass es nicht so sein wird, und doch sitzt mir die Angst im Nacken (und lässt mich alle anderen Belastungen um so mehr spüren). Mein Ziel ist, mich nicht verrückt zu machen (jedenfalls nicht mehr als ich schon bin). Wenn der Krebs wieder wachsen sollte, habe ich dann immer noch genug Zeit, mich darum zu kümmern.

Basta.

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5 Kommentare

  1. Samate said,

    28. Juni 2013 um 22:29

    Recht so!!

    Du sollst leben, leben!! Ich meine, dafür sind wir hier. Irgendwie. All das, was Du durchmachst, muss lebbar bleiben. Mach es so, wie Du sagst, das ist richtig. Für Dich richtig. Mehr zählt nicht!

    Lasse Dir liebe Grüße aus dem Neanderthal da!

  2. sue said,

    28. Juni 2013 um 23:22

    Ich lasse die Stagings nur dann machen, wenn ich das will und nicht weil irgendein Arzt das meint. Mein Körper, meine Lebenszeit und ich muß auch die Konsequenzen tragen.
    Meine Onkologin zieht da zum Glück komplett mit.

    Ich wünsch Dir ein bisschen Ruhe und weniger Stress

    lg sue

  3. sakarinevada said,

    30. Juni 2013 um 07:08

    Jenneke, Du hast recht. Es ist Dein Leben, und soll so verlaufen wie Du es für gut hältst, und nicht was die Studie vorschreibt.

    Ich drück Dich.
    Sei ganz lieb gegrüsst
    Ursula

  4. 2. Juli 2013 um 07:09

    Danke Ihr Lieben 🙂
    Die Studienassistentin sah es genauso, meine Lebensqualität hat Vorrang. Man kann jederzeit ohne (negative) Konsequenzen aussteigen aus einer Studie, aber ich habe es erst einmal nicht gemacht. Dieses Staging liegt im Plan, das nächste mit +2 Wochen auch (das ist der Zeitraum, den ich habe: +/-2 Wochen). Nur März wäre dann +5 Wochen. Wenn sie die Ergebnisse haben wollen, können sie sie gerne neben. Wenn nicht, dann nicht.
    Basta 🙂
    Liebe Grüße, Jenneke

  5. 14. September 2013 um 12:50

    […] Vergleichsarm (ohne Bevacizumab) und so läuft das weiter alle 28 Tage. Und ich hatte mich ja schon im Juli dazu entschlossen, mich nicht mehr von dem “alle 15 Wochen Staging” verrückt machen zu lassen. Jetzt hat […]