Unberechenbar …

Unser Nachbar ist gestorben. Im Januar wurde Blasenkrebs diagnostiziert, letzte Woche ist er gestorben.

Zwei Monate.

Ich lebe jetzt schon über 11 Jahre mit meinem Krebs und es geht mir (körperlich) gut. Ich sollte froh sein.

Aber ich habe einfach nur Angst.

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5 Kommentare

  1. Sue said,

    11. März 2013 um 17:59

    Krebs ist einfach absolut unkalkulierbar und auf Dauer ist es nicht leicht damit klar zu kommen. Klar das so ein Vorfall erst mal Angst auslöst. Die Angst solltest Du aber angehen, denn sie hilft Dir nicht 🙂

    lieben gruss
    sue

  2. sakarinevada said,

    12. März 2013 um 04:45

    Jenneke, Krebs ist so unterschiedlich. Dass ein solches Ereigniss Deine Ängste schürt ist verständlich, aber kontraproduktiv. Wie Sue schon schreibt, geh Deine Ängste an, und lass sie nicht Dein Leben bestimmen.

    Sei ganz lieb gegrüsst
    Ursula

  3. claudia said,

    13. März 2013 um 06:35

    Liebe Jenneke, ich habe kein Rezept gegen diese Angst, ich habe nur
    meine Gedanken dazu:

    ich glaube, dass wir alle Angst davor haben, weil Krebs zuerst so leise, so unberechenbar, so kriecherisch, so heimlich, so fies daher kommt. Wer jemals mit direkt mit Krebs konfrontiert wurde, wird diese Angst selbst betroffen zu sein, nicht mehr los. Und schon gar nicht, wenn man das alles schonmal hatte.

    Krebs erinnert uns daran, dass wir sterben werden. Willkürlich. Ohne Grund und Schuld. Es ist kein Unfall. Es passiert. Und das macht so hilflos, so verletzlich.

    Ich glaube, dass wir die Angst nicht los werden, sondern mit ihr leben müssen. Sie als „Partner“ in unserem Leben akzeptieren müssen.

    Die Angst erinnert mich täglich daran, zu leben. Jetzt, heute, hier. Und nicht morgen oder übermorgen. Sie erinnert mich daran, demütig zu bleiben. Sie relativiert die vielen kleinen Kriegsschauplätze im Alltag, wo sich Menschen um den Verstand rangeln und lächerlich machen.

    Sie trennt manchmal von anderen, die diese Angst nicht kennen. Sie macht manchmal sehr einsam.

    John Irving schreibt in der „Die wilde Geschichte vom Wassertrinker“: In guter Gesellschaft kann man mutig sein (in good company you can be brave), das ist das, was ich dir wünsche. Gute Gesellschaft und weiter so viel Mut wie du hast!

    Von Herzen
    Claudia

    • 17. März 2013 um 12:50

      Liebe Claudia, vielen Dank für Deine Gedanken, es hat mir viel zum Denken gegeben. Los werde ich die Angst nie, und mit ihr zu leben, das versuche ich. Sie ist mal mehr, mal weniger präsent, manchmal auch gar nicht da. Und mehr kann man wohl nicht verlangen …
      Liebe Grüße! Jenneke

    • Karl said,

      22. März 2013 um 21:17

      „Die Angst erinnert mich täglich daran, zu leben. Jetzt, heute, hier.“

      Das ist wahr, und auch die Umkerung trifft, zumindest zum Teil zu. Wenn die Angst, oder besser der Respekt, vor der kranheit verschwindet, habe ich das Gefühl, dass ich teilweise weniger achtsam lebe, als wenn das Bewusstsein, dass da „mal was war“ oder auch wieder sein könnte, im Hinterkopf noch vorhanden ist.

      Es ist gut, wenn diese Gedanken nicht mehr das Leben bestimmen, und das tun sie auch nicht mehr. Aber es ist auch gut, hin und wieder darauf aufmerksam gemacht zu werden, wie wertvoll eigentlich gerade dieser Moment, hier und jetzt sein kann.