„Ich finde das nicht stimmig“

war das erste, was Professor Koryphäe zu mir sagte. „Das passt nicht zusammen.“

Als er das sagte, wusste ich schon, dass er meinen Sturz mögen würde. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, wie ich das Gespräch anfangen sollte, aber er hat es mir damit sehr einfach gemacht. Also sagte ich: „Ich habe da noch ein paar Informationen, die da vielleicht besser ins Bild passen.“
Dann habe ich erzählt, was mich stutzig gemacht hat (er ist auch über das „flächig“ gestolpert) und er sagte, der Sturz würde alles ganz zwanglos und vollständig erklären. Nicht so, wie ich es mir mit Hämatomen vorgestellt hatte, da das MRT so was nicht zeigt, sondern Ödeme, die sich bilden bei solchen Verletzungen. Aber das macht nichts. Uff.

Sein Standpunkt war eindeutig – die Art der Metastasierung, der Verlauf des Progresses, der aus dem Befund hervorgeht – das passt einfach nicht. Er hat schon viel gesehen, so was noch nicht. Nirgendwo sonst in meinem Körper gibt es Hinweise darauf. Er sagte, bei so massivem Befall, wie er da beschrieben ist, würde man das im Blut sehen, nicht unbedingt im Tumormarker sondern in der Alkalischen Phosphatase (da sie Zellabbau anzeigt). Aber da ist alles gut.

Aber abklären tun wir das natürlich trotzdem, dafür ist der Befund zu schwerwiegend, um es nicht zu tun. Deswegen gibt es nächste Woche einen Termin für ein Becken-CT. Wenn da die Knochen gut aussehen (abgesehen von einer Haarrissfraktur, die er erwartet nach meinen Beschwerden), dann haken wir den MRT-Befund ab als Falschaussage.

Daran halte ich mich jetzt fest. Der Mann hat viel gesehen, er kennt sich aus. Aber so richtig weggehen wird mein Zittern erst, wenn das CT gelaufen ist. Wenn das gut aussieht. Und selbst dann wird dieser Schock so schnell nicht weggehen.

Gestern, mit dem Befund in der Hand, hätte ich das nicht für möglich gehalten, dass das alles so eine Wendung nimmt.

Ich gehe jetzt joggen, das Adrenalin loswerden …

4 Kommentare

  1. Gabi said,

    10. August 2012 um 18:29

    Halleluja!!

  2. Wolfgang said,

    10. August 2012 um 22:39

    Liebe Jenneke, was soll ich sagen…ich freu mich einfach nur!

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

  3. sakarinevada said,

    11. August 2012 um 04:01

    Liebe Jenneke, auch ich habe mir so meine Gedanken gemacht, und konnte mir einfach nicht vorstellen, dass in so schneller Zeit, ohne jegliche Vorwarnung etwas derartiges entstehen sollte. Mit Deinem Sturz ist für mich die Erklärung schon schlüssig.

    Dass es noch eine Zusatzabklärung notwendig ist um die Metastasen definitv auszuschliessen ist klar.

    Aber zunächst freue ich mich so sehr für Dich, und die Wendung die alles genommen hat.

    Ganz viele liebe „Knuddlers“
    Ursula

  4. Karl said,

    11. August 2012 um 11:38

    Seltsam, nicht wahr, dass man auf etwas hofft, was den ein oder anderen vermutlich eher beunruhigen würde, wie Ödeme als Folge eines Unfalls.

    In diesem Fall wünsche ich Dir natürlich eben diese Erklärung des MRT-Befundes, oder eine andere harmlosere, wenn es eine geben sollte.

    Es bleibt spannend, obwohl man sich das in einer solchen Situation sicher auch nicht unbedingt wünscht.