des Pudels Kern

„In Zeiten des Wechsels“, sagt meine Psychologin, „müssen Dinge zurückstehen, die man sonst intensiv macht.“

Noch geht es, noch fühlt es sich gut an, so unter Dampf zu stehen. Nicht immer, aber meistens. Immer dann nicht, wenn mir auffällt, was wieder alles liegen geblieben ist. Wie viele Kommentare ich im Kopf hatte beim Lesen der Blogartikel und sie doch nicht geschrieben habe. Oder der Mails. Oder den Anrufen. Oder, oder, oder …

Noch geht es gut, und doch weiß ich, dass sie Recht hat. Es kann so nicht weitergehen oder es wird mich richtig umhauen. Es zeichnet sich ab, dass das Ende des einen Jobs nicht wirklich entspannt sein wird, weil es niemanden gibt, an den ich in gesitteter Weise was übergeben kann. Das heißt, dass es sich alles am Ende drängelt. Nicht gut.
Und lange ist das nicht mehr hin, das Ende. Gut sechs Wochen …

Ja, ich muss irgendwo abspecken, aber ich weiß nicht, wo. Kann das gerade nicht entscheiden. Nein, will es nicht. Will einfach so weiter machen. Will nicht einsehen, dass es nicht geht. Plane haufenweise Dinge für November, obwohl ich da noch in der Einarbeitung bin. Wie bekloppt. 😦
Dabei war es mir klar, dass der Jobwechsel erst einmal Zeit und Aufmerksamkeit fressen wird, ehe das alles wieder in geregelten Bahnen läuft. Und handele nicht danach.

Aber ich glaube, des Pudels Kern liegt an andere Stelle. Zur Ruhe zu kommen gibt Raum für Gedanken. Gedanken an das nächste Staging. Und die will ich nicht.

Meine Hoffnung ist, dass es danach besser wird, dass ich loslassen kann von dem ganzen Trubel, wenn das durch ist. Das Staging danach ist dann erst nach der Einarbeitung vor Ort (im Dezember). Vielleicht kann ich dann ruhiger werden, Fahrt rausnehmen. Das eine abschließen und das nächste anfangen.

Warum muss das Leben so kompliziert sein?

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6 Kommentare

  1. sakarinevada said,

    20. Juli 2012 um 22:08

    Liebe Jenneke, das Wissen ist da, aber das Umsetzten ist schwer. Versuch Deinen Perfektionismus etwas kleiner zu halten. Die nicht gewollten Gedanken ans nächste Staging kann ich gut nachvollziehen.

    Und im Übrigen kommt sowieso alles anders als man denkt.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Ich denke an Dich.

    Sei ganz lieb gegrüsst

    • 24. Juli 2012 um 10:32

      Liebe Ursula,
      leider ist der Perfektionismus für den Job gebraucht und daher systemimmanent. Daran lässt sich nicht viel schrauben, leider. Aber ich mache es so gut es geht und fertig.
      Ich hoffe, dass sich noch eine Lösung für den Jobstress findet. Wenn nicht, muss ich da halt durch. Aber eigentlich mache ich mir darum keine Gedanken. Nur um das Staging.
      Danke für die lieben Grüße und schicke an Dich welche zurück! Jenneke

  2. Wolfgang said,

    22. Juli 2012 um 17:37

    Liebe Jenneke,
    ich möchte sakarinevada recht geben. Ich bin selber ein kleiner Perfektionist, aber das engt manchmal ziemlich ein. Außerdem, wer weiss schon, was in 6 Wochen sein wird?

    Ein Gedanke zur Arbeitsübergabe in Deinem alten Job: Ich weiß nicht, was Du beruflich genau machst. Aber vielleicht kann Dir meine Erfahrung helfen: Ich habe in einer ähnlichen Situation – auch hier fand sich niemand, an den ich direkt übergeben hätte können – einfach alles aufgeschrieben und am Ende meinem damaligen Chef in die Hand gedrückt.

    Alles Liebe,
    Wolfgang

    • 24. Juli 2012 um 10:35

      Lieber Wolfgang,
      gewisse Dinge müssen anständig gemacht werden, mein Job verlangt da Präzision, sonst kann keiner was hinterher damit anfangen. Eine Übergabelösung muss gefunden werden, ich fürchte halt nur, dass sie so spät kommt, dass es mich in Hektik versetzt. Aber du hast Recht, wer weiß schon, was noch passiert bis dahin. Vielleicht tut sich ja doch noch was zur rechten Zeit auf.
      Liebe Grüße! Jenneke

  3. Karl said,

    28. Juli 2012 um 15:58

    Immerhin, Du hast es wahrgenommen, was e i n Grund ist, warum Du nicht entschleunigen kannst (oder besser nicht willst), Du möchtest Dich nicht mit den Gedanken an das Staging beschäftigen.

    Doch genau deshalb beschäftigst Du Dich mit dem Staging, auch mit noch so viel Arbeit, wirst Du es nicht verdrängen, weil Du w e i ß t , dass Du es verdrängst.

    Da k ö n n t e s t Du doch auch einfach trotzdem etwas entschleunigen, weniger zusätzlich vornehmen, wenn eh schon viel zu tun ist. Lass doch die Gedanken einfach zu, lass sie kommen und lass sie wieder gehen, Du m u s s t sie nicht bewerten. Nimm sie an, sie sind sowieso da, und sie werden am Ergebnis des Stagings nichts ändern, soviel steht mal fest. Sie zu verdrängen kostet zusätzliche Energie. Vielleicht gibt ja grad dann die nicht an’s Verdrängen verschwendete Energie und Zeit die Möglichkeit etwas zu tun, was Dir Freude bereitet.

    • 28. Juli 2012 um 19:21

      Danke, lieber Karl, da habe ich gerade beim Laufen eine ganze Weile drüber nachgedacht. Ja, Du hast Recht, ich weiß, dass ich da nicht dran denken will. Und tue es natürlich trotzdem. Gerade gestern hat mich mein Mann wieder beim tief Seufzen erwischt, abends beim Essen.
      Beim Joggen denke ich auch darüber nach, und es ist, wie Du sagst – die Gedanken kommen und gehen dann auch wieder. Leider funktioniert das nicht immer so. Gerade, wenn ich abends mal wieder nicht schlafen kann, bleibt das oft in meinem Kopf hängen.
      Das Wochenende immer ist nicht so arg voll und morgen wird ganz entspannt. Ein Anfang 🙂
      Liebe Grüße und Dir auch einen sonnigen Sonntag! Jenneke