Lasea – pflanzliche Beruhigung

Meine Psychotherapeutin hält mein abendliches Herzrasen und die Schlafprobleme für eine Kombination aus den therapiebedingten Schlafproblemen durch die künstlichen Wechseljahre und der psychischen Belastung durch die Krebserkrankung. Sie hat mir ein pflanzliches Präparat empfohlen, das eine gute beruhigende Wirkung haben soll, um mir abends zu helfen. Ich muss wohl etwas erschreckt geguckt haben, weil sie eine Weile darüber dozierte, dass sie schon von vielen gehört hat, dass dieses neue Zeugs gut helfen soll. Und es habe keine Nebenwirkung. Noch heute besorgen und ausprobieren war mein Auftrag.

Ich war nicht ganz so begeistert von der Idee, was zu nehmen, irgendwie sperrte sich da was in mir. Aber ich bin ja zur Ärztin gegangen, um mir helfen zu lassen, also bin ich in die Apotheke und habe nach Lasea gefragt. Die Apothekerin nickte gleich, ja das helfe gut. Damit kann man das Gedankenkarussell gut stoppen, auch vor Prüfungen und so. Würde aber nicht müde machen oder Reaktionen verlangsamen. Ganz tolle Erfolge.
Ich nickte nur und bezahlte für 14 Tabletten etwa 10 Euro. Stolzer Preis, aber wenn’s hilft, ist es mir das wert.

Ich habe mir dann die Packung zuhause genauer angesehen. Enthält Lavendelöl in Gelatine-Weichkapsel. Nix sonst. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten – keine. Klingt gut, abgeschreckt hat mich aber die Beschreibung: „Pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung“

Ich hätte es fast nicht genommen, obwohl es doch genau das ist – Unruhe wegen Progressionsangst. Und doch … doch fühlt es sich komisch an. Wie ein Eingeständnis, dass ich es nicht allein schaffe. Wie doof. Und sicher Gesprächsstoff mit meiner Ärztin 😉

Jedenfalls habe ich einige Tage das Zeugs genommen.
Nebenwirkungen? Ich muss meistens danach einmal aufstoßen, etwas blumig, und nicht unangenehm.
Und Wirkung? Schwer zu sagen, ich weiß ja nicht, wie es ohne wäre. Jedenfalls hatte ich die letzten Tage nur einmal Herzrasen abends im Bett. Eine Tendenz kann ich daraus noch nicht sehen, aber das wird sich vielleicht zeigen, wenn es ernst wird (wenn es übernächste Woche auf das Staging zugeht …)

Der Feldversuch läuft also weiter.

11 Kommentare

  1. sakarinevada said,

    16. Januar 2012 um 05:34

    Liebe Jenneke

    Dein Feldversuch interessiert mich sehr. ich bin sehr gespannt, ob es die Wirkung zeigt, und Du damit besser schlafen kannst. Die Psyche reagiert eben doch ganz heftig unter solchen Belastungen. Alles was helfen kann soll man einfach in Anspruch nehmen. Du hast schon so viel alleine geschafft, also ist es richtig, wenn Du nun für den Rest Hilfe in Anspruch nimmst. Es ist keinesfalls ein Eingeständiniss im negativen Sinne es nicht alleine zu schaffen, sondern genau das Gegenteil. Es ist die Vernunft und die Verantwortung sich selbst gegenüber. Hut ab, vor Deinem Mut. Mach so weiter.

    Sei ganz lieb gegrüsst
    Ursula

    • 18. Januar 2012 um 07:39

      Danke, liebe Ursula! Ich muss gestehen, ich habe da immer noch Probleme mit, das so zu sehen. Aber solange es mich nicht abhält zur Psychologin zu gehen, ist das nicht so dramatisch.
      Sie fragte mich dann auch, wie es gewesen ist. Nun ja, beantworten konnte ich ihr das nicht recht. Aber bis auf eine ätzende Nacht waren die anderen ganz OK. Nicht alle spitze, aber das erwarte ich nicht mehr. Bisher entwickelt es sich ganz gut, finde ich. Ich halte Euch auf dem Laufenden!
      Liebe Grüße! Jenneke

  2. dreamsandme said,

    18. Januar 2012 um 00:00

    Blumiges Aufstoßen! 😆 Wie geht es dir damit?

    Dieses Herzrasen habe ich auch, therapiebedingtes. Macht keinen Unterschied, ob was ansteht oder nicht. Ist aber auf jeden Fall unangenehm und sorgt auch bei mir, wenns ganz schlimm ist, für schlaflose Nächte.

    Sei lieb gegrüßt,
    Sunny

    • 18. Januar 2012 um 07:43

      Liebe Sunny, da ich das Zeugs abends nehme, stört mich das nicht so mit dem Aufstoßen. An einem Tag allerdings kam’s gleich ein paar Mal, das war dann etwas doof. 😉
      Das ist ja das, was mich auch so gewundert hat. Dass ich jetzt, eine Woche vor Staging das gelegentlich habe, ist klar. Aber manchmal kommt das halt auch, wenn es gerade mitten zwischen zwei Terminen ist, und eigentlich bin da relativ unbelastet. Die Betonung liegt hier vermutlich auf „relativ“.
      Ich wünsche Dir viele gute Nächte! Liebe Grüße! Jenneke

  3. Perdita said,

    21. Januar 2012 um 22:34

    Sehr sensibles Thema, das auch mich in der letzten Zeit umtreibt. Ich finde es nur richtig und sehr mutig, dass Sie es sich erlauben, psychotherapeutische Hilfe zu beanspruchen. Und obwohl ich auch der Meinung bin, dass das nicht immer ausschließlich angenehm sein wird, bin ich mir doch sicher, dass Sie hier den richtigen Weg beschreiten.
    Für die anstehenden Untersuchungen drücke ich fest die Daumen!
    Alles Gute und liebe Grüße,
    Perdita

    • Carpe tempus! said,

      23. Januar 2012 um 10:22

      Danke, liebe Perdita. Ja, das ist auch genau mein Gefühl – das wird nicht immer so toll sein, aber am Ende hilft es mir sicher.
      Liebe Grüße! Jenneke

  4. svuechiatrie said,

    8. Februar 2012 um 19:09

    Hallo Jenneke 🙂

    Ich bin heute durch viel Klickerei hier gelandet… ich glaube im Endeffekt kam ich von Sue… also Lebensrest. Persönlich habe ich mit dem Thema Krebs nichts zu tun. Nur immer mal wieder ein „das würde mir jetzt auch noch fehlen“-Gefühl. Für mich interessant ist das Thema bzw. das Leben der Betroffenen, weil ich mich dafür interessiere wie Menschen in oder nach „Ausnahmezuständen“ ihr Leben weiter beschreiten. Mein „Ausnahmezustand“ heißt Kombinierte Persönlichkeitsstörung und Rezidivierende Depressionen.

    Da ich meine Medikamente gerade abgesetzt habe, es so aussieht als sollte ich mich um Alternativen bemühen und das nicht meiner Ärztin überlassen mag ^^, fand ich den Artikel jetzt recht interessant. Gerade, weil ich eher etwas pflanzliches bevorzugen würde. Und mir bisher gar keine Gedanken um Alternativen gemacht habe. Du warst jetzt gerade eben der Anstoß dafür.

    Im weiteren Verlauf habe ich dann aber richtig gelesen, dass Lasea dich sehr stumpf und freudlos gemacht hat? Das ist ja doch eher kontraproduktiv.

    Ich hoffe wenn du das liest hattest du einen wunderbaren Urlaub!

    Grüße, Svü

    • Carpe tempus! said,

      29. Februar 2012 um 19:09

      Liebe Svü, willkommen auf meinem Blog! Und ja, der Urlaub war toll 😀
      Ja, ich hatte das Gefühl, dass Lasea diesen Einfluss auf mich hatte. Meine Psychologin hat das aber sehr überrascht, sie hatte das so noch nie gehört. Was für mich danach klingt – man muss es vielleicht einfach ausprobieren, wie es bei einem selbst ist. Ich habe es seit dem ersten Experiment nicht weiter genommen, weil ich auch im Urlaub das nicht gebraucht hätte.
      Liebe Grüße! Jenneke

  5. Brigitte said,

    18. Mai 2012 um 12:02

    Hallo,
    mein Name ist Brigitte und ich habe in einigen Magazinen von Lasea gelesen und auch schon die TV Werbung gesehen. Da mich ebenfalls hin und wieder so eine innere Unruhe (ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, so ein beklemmendes Gefühl, Herzrasen und so) quält, ich aber körperlich gesund bin, würde ich das Produkt gerne testen und lese mich jetzt etwas ein.. Man will ja wissen, worauf man sich einlässt. Das mit dem Aufstoßen habe ich jetzt schon häufiger gelesen (ich musste kurz schmunzeln). Ich bin etwas unschlüssig und verunsichert ich habe sowohl sehr positive Meldungen gelesen wie hier http://www.medpex.de/testbericht/beruhigungsmittel/lasea-p5489632/ oder auch ganz negative http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2011/03/11/lavendeloel-praeparat-lasea-in-der-kritik.html. Können Sie nach einigen Wochen eine Wirkung feststellen?
    Herzliche Grüße
    Brigitte

    • Carpe tempus! said,

      21. Mai 2012 um 06:30

      Liebe Brigitte!
      Erst einmal Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat, den Kommentar freizuschalten, ich bin derzeit nicht so viel online.
      Bei mir war das, was ich als Wirkung von Lasea empfunden habe, gleich am nächsten Tag wieder weg, als ich es abgesetzt hatte. Eine nachhaltige Wirkung habe ich nicht verspürt. Daher – probieren Sie es doch aus. Wenn es nicht das tut, was Sie möchten, setzen sie es einfach wieder ab.
      Meine Ärztin hatte es als ungefährliches Experiment bezeichnet, das einfach mal auszuprobieren.
      Viele Grüße! Jenneke

  6. Brigitte said,

    21. Mai 2012 um 08:45

    vielen Dank für die Antwort. Ich werde mal in der Apotheke vorbei schauen und mich dort auch noch einmal beraten lassen,


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