meine Studie: LEA

Mit der Unterschrift auf die Patienteninformation (wie es dazu kam) bin ich nun Patientin in der LEA-Studie. Sie wird von der GBG (German Breast Group) in Kooperation mit der vergleichbaren spanischen Forschergruppe GEICAM. Die LEA-Studie ist für Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom, die als erste Therapie eine Antihormontherapie bekommen sollen. Also Patientinnen wie ich. Im Fachchinesisch liest sich das so:

Eine multizentrische, randomisierte Studie zur Bestimmung der Effektivität und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit einer antihormonellen Therapie verglichen mit alleiniger antihormoneller Therapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit Indikation zur Hormontherapie als first-line Behandlung.

Verglichen wird da also, ob die Zugabe von Bevacizumab bei der Erstbehandlung der Metastasen einen Vorteil bringt. Bevacizumab ist ein Antikörper, der die Bildung der Blutzufuhr von Tumoren hemmt. Das ist in anderen Studien (für Brustkrebs in Kombination mit anderen Therapien und für andere Krebsarten) schon bewiesen worden.
Ich habe im Internet etwas nachgeforscht, und man findet die Beschreibung der Studie (siehe oben) recht schnell. Dort ist auch aufgelistet, was Patienten erfüllen müssen, damit sie teilnehmen können, aber es gibt auch eine Liste, was man nicht haben darf. Wenn das alles passt, kann man teilnehmen.
Diese Kriterien befassen sich unter anderem mit der Art der Erkrankung (z.B. HER2-negativ und hormonrezeptorpositiv), der Vorbehandlung (keine Chemotherapie), von Krebs unabhängige Vor- oder Begleiterkrankungen (z.B. Herzprobleme, Lebererkrankungen oder Wundheilungsstörungen). Insgesamt sollen 378 Patientinnen eingeschlossen werden (je eine Hälfe in Deutschland, die andere in Spanien).

Die Studie sieht dabei vor, dass die Patientinnen in einen von zwei Studienarmen verteilt werden (randomisiert). Die einen Patientinnen bekommen dabei die Standardbehandlung mit der Antihormontherapie, die anderen das gleiche und als Zusatz das Bevacizumab. Weder der Arzt, der die Studienpatienten betreut, noch die Leute, die das machen, haben Einfluss darauf, wer welche Behandlung bekommt. Das erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Patientinnen werden angemeldet, dann bekommt man die Nachricht, welcher Studienarm ausgelost wurde. Das ist dann aber nicht geheim (also keine Blind-Studie).
Ich bin im Vergleichsarm, bekomme also die Standard-Therapie.

Vor Therapiebeginn brauchten wir noch aktuelle Bilder (CT Thorax und MRT Abdomen). Außerdem musste ich zu einem Kardiologen, um ein Herz durchchecken zu lassen. Das Knochenszintigramm war ja ohnehin gemacht worden. Dann wurde noch Blut abgenommen (denn die Werte mussten ja stimmen). Und dann konnte es losgehen.

Die Studie sieht vor, dass alle vier Wochen das Faslodex verabreicht wird (bei mir dazu das Bisphosphonat Bondronat). In der ersten Studienphase (bis Woche 45) wird alle 12 Wochen nachgeschaut, wie die Entwicklung des Krebses ist (CT und MRT). Danach erhöht sich das Intervall auf 15 Wochen. Das geht dann so lange weiter bis zum Tod oder bis zwei Jahre nach Einschluss der letzten Patientin. Da noch immer neue Patientinnen aufgenommen werden können (sagt die Internetseite), läuft die Studie also noch eine Weile (hoffentlich recht lange für mich ;-))
Diese engmaschigen Kontrollen würden auch ohne die Studienkontrolle so stattfinden.

Wie ist es mit den Kosten?
Die normale Therapie würde ich ja sonst auch bekommen, das bezahlt daher die Krankenkasse. Würde ich das Bevacizumab bekommen, würde es im Rahmen der Studie gestellt. Professor Koryphäe wird natürlich dafür bezahlt, dass er mich als Studienpatientin hat, schließlich hat er auch erhöhten Aufwand dadurch. Die Studienassistentin hat mir mal gezeigt, was da alles eingetragen werden muss, da sitzt man eine Weile, ehe die Informationen zusammengetragen sind. Ich bekomme kein Geld für die Teilnahme, das ist alles freiwillig.

Ich bin im Vergleichsarm – ich bekomme das Bevacizumab also nicht. Ich komme damit nicht in den Genuss einer noch nicht zugelassenen aber potentiell hilfreichen Therapie (es gibt Studien mit kleineren Patientenzahlen, die das zeigen).
Aber ich bin auch nicht schlechter dran, als wenn ich nicht teilnehmen würde. Und ich kann noch dazu beitragen, dass vielleicht Erkenntnisse gewonnen werden, die später anderen Patientinnen in meiner Situation helfen.

Ich habe das nicht bereut und würde es jederzeit wieder machen. Wie so ein typischer Studientermin für mich aussieht, gibt es im nächsten Post.

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