Carpe tempus. Nicht nur für mich.

Über Chaoskatze habe ich vom Tod einer Bloggerin, Ulla, erfahren, die ich nicht kannte bisher. Und nun auch nicht mehr kennenlernen werde, denn sie ist gestorben am Dienstag. Sie hat gegen ihren Krebs gekämpft und verloren. Und doch irgendwie gewonnen, denn ihr Blog hat vielen Lesern etwas gegeben und tut es noch.
Ich habe einiges gelesen, aber nicht alles. Vielleicht tue ich das noch.
Ulla ist ruhig und sanft eingeschlafen, schmerzfrei, angstfrei. Mehr kann man als Krebspatient nicht erwarten. Ich tue es jedenfalls nicht.

Warum schreibe ich jetzt diesen Post? Bisher habe ich immer runtergeschrieben, was kam, an diesem habe ich gebastelt. Und überlegt, ob ich ihn überhaupt online stellen sollte. Ich will doch Mut machen mit meinem Blog und nicht in der Emotionskiste rühren. Doch etwas bewegt mich, und darum geht es hier ja auch. Meine Erfahrungen mit dem Krebs. Was mich berührt und beschäftigt.

Ein Eintrag von Ullas Tochter hat mich wieder auf das gestoßen, was mir am meisten an meiner Erkrankung zu schaffen macht. Nicht der Krebs, nicht das Sterben, nicht der Tod.
Es ist das Leid, das durch meine Krankheit entsteht. Nicht nur bei mir, auch bei meinem Mann, meinen Eltern, meinen Freunden, selbst bei Leuten, die ich nicht gut kenne.
Sie alle sind hilflos, können nichts machen und leiden deswegen. Auch wenn es mir gerade gut geht. Dann denken sie vielleicht gerade nicht so dran, aber jede Untersuchung, jeder Therapiezyklus. Alles belastet.
Belastet sie mehr als mich, so kommt es mir manchmal vor.

Das Leid derer, die ich liebe und die mich lieben. Durch meine Krankheit. Das ist ein Dilemma, das ich nicht lösen kann. Ich habe Krebs, ich kann die Krankheit nicht ungeschehen machen. Es tut ihnen weh, das muss ich akzeptieren wie die Krankheit. Ich habe keine Schuldgefühle deswegen, ich habe mir das ja nicht ausgesucht. Und doch muss ich nicht nur mit dieser Erkrankung leben, ich muss auch damit leben, dass andere mit mir leiden. Aber es tut mir so leid, dass es so ist.
Aber – wie froh bin ich, dass ich sie habe! Meinen Mann, meine Eltern, meine Freunde. Sie helfen mir so unendlich viel. Und gerade, wenn es mir schlecht geht, sind sie eine Stütze, ohne die alles so viel schwerer wäre.

Ich kann nur eines tun, um dieses Leid zu lindern: ihnen zeigen, dass es mir gut geht. Sie anlächeln. Mein Leben genießen und sie daran teilhaben lassen.

Und das tue ich, wo ich kann.

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2 Kommentare

  1. Chaoskatze said,

    14. Februar 2011 um 22:26

    *einfach mal still umärmel*

  2. Carpe tempus said,

    15. Februar 2011 um 11:14

    Ich danke Dir! Sei lieb zurück gedrückt!